Die britsche Flagge schwingt vor der EU-Flagge
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- "Premier Johnsons Brexit-Taktik provoziert Streit in der EU"

Am Freitag verlassen die Briten nach 47 Jahren die Europäische Union. Offiziell wird das Vereinigte Königreich damit zu einem Drittstaat. Reinhard Bütikofer, Grünen-Abgeordneter im Europaparlament, skizziert die Herausforderungen nach dem Brexit-Stichtag.

Elf seiner britischen Kolleginnen und Kollegen mussten in seiner Fraktion nun zuletzt verabschiedet werden, sagte Bütikofer. Sie hätten eine gute Mischung repräsentiert und dazu beigetragen, politische Debatten spannender zu machen. "Ich glaube, wir verlieren da einfach ein Stück kreative Vielfalt", sagte der EU-Abgeordnete.

 

Großbritannien provoziere Uneinigkeit in der EU

Als nächster Meilenstein stehen die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit Großbritannien an. Bütikofer schätzt den eng gesteckten Verhandlungszeitraum bis Ende 2020 als unrealistisch ein. "Ich glaube, Boris Johnsons Taktik zielt darauf, der EU eine Vorgehensweise aufzuherrschen, bei der man sich intern streiten muss, was die Prioritäten sind", sagte der EU-Politiker.

 

Harter Brexit bleibt abzuwarten

Konkret bedeute dies: Die verbleibenden EU-Staaten hätten unterschiedliche Schwerpunkte, die sie jetzt mit dem Vereinigten Königreich zu klären haben. Wenn dabei Uneinigkeit und keine verbindlichen Regeln herrschten, so wäre Großbritannien zwar kein EU-Mitglied mehr, aber hätte weiterhin direkten Zugang zum EU-Binnenmarkt. "Da muss die EU sich jetzt schon anstrengen, beieinander zu bleiben", so der Grünen-Politiker. Ob es einen harten Brexit gibt, bliebe abzuwarten – auch Vertreterinnen und Vertreter der britischen Wirtschaft würde dagegenarbeiten, so Bütikofer.

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