Berlin, 13.1.1980: S-Bahn am Tegeler Fliess in Richtung Heiligensee im Winter (Bild: imago images/Jürgen Heinrich)
imago images/Jürgen Heinrich
Bild: imago images/Jürgen Heinrich

- Zeitlos zwischen Bauruinen - Das Jahr 1980

Die Zeiten ändern sich. Ja, wirklich! 1980 wird zum ersten Mal von Winter- auf Sommerzeit umgestellt. Das hilft den Passagieren der Berliner S-Bahn wenig. Die wird von Ost-Berlin aus betrieben und schreibt rote Zahlen. Die Folge: erst massive Einschränkungen im Angebot, dann Streiks.

Gestreikt wird auch sportlich. Anders als die meisten anderen westlichen Mannschaften bleiben die Sportler der BRD den Sommerspielen in Moskau fern. Die Sowjetunion und die DDR dominieren den Medaillenspiegel. Und Berlin guckt zu.

Der Friedrichstadtpalast steht zu dieser Zeit noch schräg gegenüber vom Berliner Ensemble – und ist marode. Die Baupolizei muss einschreiten. Bei der Kongresshalle im Westen der Stadt kommt sie zu spät. Die "Schwangere Auster" stürzt am 21. Mai ein. Dagegen steht das Tempodrom in Kreuzberg für einen Neuanfang.

In der ganzen Stadt stehen viele Wohnungen leer. Im Osten geht man das Problem praktisch an: Wer die ortsübliche Miete ein paar Monate lang überweist, legalisiert seinen Aufenthalt. Im Westen weiß man dagegen nicht, wie man mit den Hausbesetzern umgehen soll. Schließlich erschüttert der "Garski-Skandal" die Stadt. Man nehme einen Bauunternehmer, eine Millionen-Bürgschaft vom Senat und eine spektakuläre Pleite. Fertig ist die Regierungskrise.

"Berlin - Schicksalsjahre einer Stadt", eine Chronik in 30 Folgen – in Zusammenarbeit mit dem rbb Fernsehen.