Das James Webb Space Telescope ist das teuerste Projekt der Raumfahrt
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Wissenswerte - Mit dem Teleskop in die Vergangenheit des Universums

Es ist das teuerste und größte Projekt in der Geschichte der unbemannten Raumfahrt. Das "James Webb Space Telescope" wird vorraussichtlich am Samstag vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou ins All geschossen. Laut Astrophysiker Prof. Dr. Martin Roth erlaubt das Teleskop Einblicke in die Frühphase des Universums.

10 Milliarden US-Dollar kostet das teuerste Projekt der unbenamannten Raumfahrt. Es soll in 1,5 Millionen Kilometern Höhe auf der dunklen Seite die Erde umkreisen. "Die ganze Welt fiebert auf den Start dieses neuen Instruments", freut sich der Astrophysiker Martin Roth.

Marterie durchdringen

 

Wie bei jedem Start sei es wichtig, dass der Träger funktioniert, schildert Roth. Aber man sei zuversichtlich, da die Ariane5-Trägerrakete ein zuverlässiges System sei. Das Besondere am James Webb-Telescope liege darin, dass es nicht an einem Stück mit einem komplett aufgebauten Hauptspiegel von 6,5 Metern Durchmessern im Frachtraum starten kann, sondern sich nach dem Start erst "entblättern müsse": "Das ist hochriskanter Vorgang, der sich über Wochen erstrecken wird", sagt Roth. Wohl erst nach einem halben Jahr könne man den Erfolg sehen.

Blick in die Vergangenheit

 

Das Besondere an dem Teleskop sei, dass der Schwerpunkt der Beobachtungen im "Spektralbereich des Infraroten" liege. Ähnlich wie Röntgen in der Medizin könne das Teleskop Marterie durchdringen, nämlich Staubwolken. Deswegen könne man Sternentstehungsregionen untersuchen, die von Staubwolken umgeben seien: "Wenn wir in die Frühphase des Universums blicken wollen, müssen wir in den Infrarotbereich gehen, deswegen ist James Webb mit Kameras und Spektographen ausgerüstet, die das können", so Roth.