Judith Holofernes auf der Bühne eines Festivals
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Vis à vis - Judith Holofernes: Autobiografie "Die Träume anderer Leute"

Vor 10 Jahren hat die Band "Wir sind Helden" eine Pause angekündigt. Es ist eine Pause für immer geworden. Sängerin Judith Holofernes hat jetzt ihre Autobiografie "Die Träume anderer Leute" veröffentlicht und arbeitet darin die letzten und wohl intensivsten Jahre von "Wir Sind Helden" auf. Bruno Dietel hat mit ihr gesprochen.

Die Sängerin Judith Holofernes hat lange eine Frage gequält: "Wo sind sie denn die ganzen erwachsenen, erwachsen werdenden Popstars und was machen die eigentlich mit dem Rest ihres Lebens?" Ihre Autobiografie "Die Träume anderer Leute" gibt Antworten, die sie in einer früheren Zeit selbst gebraucht hätte. Denn vor über zehn Jahren gab ihre Band "Wir sind Helden" bekannt, für eine unbestimmte Zeit pausieren zu wollen.

Der Nightliner als Kinderzimmer

Nun erzählt Holofernes in ihrem Buch von der Unmöglichkeit, zwei Kleinkinder und eine Karriere als tourende Profimusikerin miteinander zu vereinen. Dazu gehört, einen Tourbus kindersicher zu machen, wie nach einem langen Abend auf der Bühne um 05:40 Uhr aufzustehen, weil es die Kinder so wollen. Den eigenen hohen Erwartungen an sich selbst dann noch gerecht zu werden, ist kaum möglich. Und die Erwartungen der Fans? Bis heute plagen Judith Holofernes Schuldgefühle, weil die Band sich nicht anständig aufgelöst hat. Wie es für Judith Holofernes nach dem Ende von "Wir Sind Helden" weiterging, auch davon erzählt sie in ihrem Buch "Die Träume anderer Leute", das Anfang September erschienen ist.

Judith Holofernes:
Kiepenheuer & Witsch
416 Seiten, 24 Euro

Buchpremiere:
»Die Träume anderer Leute« – Judith Holofernes erzählt, Nora Tschirner liest
Heimathafen Neukölln
23.09.22, 20:00 Uhr