Ein Taschenrechner und ein Rotstift auf einem Börsenchart.
Colourbox
Bild: Colourbox Download (mp3, 16 MB)

Vis à vis - Stefanie Kühn: Geld anlegen in Zeiten der Inflation

Die Inflationsrate ist schwindelerregend hoch, gleichzeitig ist die Hochstimmung an den Börsen vorbei. Wer den Wert seines Geldes erhalten möchte, muss aktiv werden, sagt Finanzberaterin und Buchautorin Stefanie Kühn. Warum Aktien der richtige Weg sind, darüber hat sie mit Wirtschaftsredakteurin Annika Krempel gesprochen.

Über zehn Jahre lang gab es auf Erspartes kaum oder gar keine Zinsen - im Juli hob die Europäische Zentralbank die Leitzinsen ein wenig an. Trotzdem bedeutet das keine Entwarnung für Sparer, sagt Stefanie Kühn. "Denn wenn wir eine Inflationsrate von um die sieben Prozent haben oder sie sich vielleicht einpendelt auf fünf Prozent und wir bekommen auf der anderen Seite für ein Jahres-Festgeld - wenn wir richtig gut schauen - 1,3 Prozent Zinsen, dann wird ja trotzdem Geld vernichtet."

Das Wegfallen der Strafzinsen führe bei vielen Anlegern zunächst zu Freude, man werde gelassener, erklärt die Finanzberaterin. Doch das könne negative Folgen haben - wenn man sich deswegen plötzlich nicht mehr um seine Anlagen kümmert. "Tatsächlich waren die Strafzinsen etwas, was die Menschen dazu gebracht hat, sich zu kümmern um ihr Geld", sagt Kühn. Das sei eine durchaus positive Entwicklung gewesen.

Kühn setzt auf "guten Anlagen-Mix"


Wer in Zeiten der Inflation Geld anlegen will, sollte auf einen "guten Mix von Anlagen" setzen, so die Finanzberaterin. Sie empfehle eine Notfallreserve als Rücklage auf einem Tagesgeldkonto, mittelfristige Festgeld-Anlagen sowie langfristige Investitionen in Aktien, etwa in Indexfonds. Denn Aktien seien - zumindest historisch gesehen - eine gute Möglichkeit, um die Inflationsrate zu schlagen, sagt Kühn.

Jedoch sei das in diesem Jahr wahrscheinlich nicht möglich, warnt sie. "Im Prinzip muss man, glaube ich, dieses Jahr akzeptieren, dass man die Inflationsrate mit den Anlagen nicht schlagen kann." Außerdem müsse man nach seiner "persönlichen Inflationsrate" schauen, also die eigenen Lebenshaltungskosten überprüfen und schauen ob und wo man sparen könne, so die Beraterin.