Britz wehrt sich gegen Rechtsextremismus
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Vis à vis - Wie behauptet man sich gegen Rechtsextreme, Christiane Schott?

Christiane Schott lebt elf Jahre lang in der Neuköllner Hufeisensiedlung. Im vergangenen Sommer zieht sie einen Schlussstrich und verkauft ihr Haus. Einer der Gründe: Ein Polizist, der mutmaßlich Kontakte in die rechte Szene hat und jetzt vor Gericht steht. Torsten Mandalka sprach mit ihr.

Torsten Mandalka kennt Christiane Schott aus der Hufeisensiedlung schon länger. Er recherchiercht zur rechtsextremen Anschlagsserie in Neukölln, unter anderem auf das Anton-Schmaus-Haus der sozialistischen Jugendorganisation Die Falken. Dabei stößt er auf die Familie, die ebenso von Rechtsextremen terrorisiert wird.

Wie es seinen Anfang nahm

 

Ab 2011 gerät das Ehepaar Schott mit ihren beiden Töchtern ins Visier von Neonazis. Ein gesprengter Briefkasten, Drohungen an den Häuserwänden, Steine durch die Fensterscheiben – insgesamt zehn Mal attackieren die Rechtsextremisten das Haus der Schotts. Initial für die Auseinandersetzung war, dass sie keine Wahlwerbung der NPD im Briefkasten akzeptieren wollte. Schnell formiert sie im Anschluss eine Bürgerinitiative gegen Rechts. Es gibt Unterstützung von Nachbarn.

Unterstützung im Kiez gegen Rechtsextremismus

 

2014 bekommen Christiane Schott und ihre Bürgerinitiative "Hufeisern gegen Rechts" das Band für Mut und Verständigung verliehen. Der rbb dreht die Dokumentation "Terror im Kiez", die auch in der ARD ausgestrahlt wird. Sämtliche große Tageszeitungen berichten aus der Hufeisensiedlung. Der Presserummel um sie habe Christiane Schott zunächst verstört: "Wir waren erstmal sehr erstaunt und wussten nicht, wie wir damit umgehen sollten", erinnert sie sich. Ihr öffentliches Engagement, bedauert sie aber nicht.

Solidarität notwendig

 

"Es hat sich gelohnt, weil ich konnte mir ein Netzwerk aufbauen und das ist das A und O an der ganzen Sache: sich zu vernetzen mit anderen Betroffenen und anderen NGOs", sagt Schott. Man brauche bei dem Thema auch viele Mitstreiter, ohne sie habe man keine Chance dieses Thema in die Öffentlichkeit zu bringen. Rückblickend auf ihr jahrelanges Engegements sagt Schott im Gespräch mit Torsten Mandalka: "Nein, ich würde nichts anders machen."

Kampf gegen Rechtsextremismus geht weiter

 

Christiane Schott fühlte sich aber nicht mehr wohl in ihrem Zuhause und zog weg. Ihre beiden erwachsenen Töchter sind schon vor Jahren ausgezogen und meiden die Hufeisensiedlung seither. Christiane Schott betont aber, dass sie mit ihrem Engagement gegen Rechtsextremismus weitermachen wird.

Die Sendung ist eine Wiederholung vom 8. Februar 2022.