Die Ärztin Lisa Federle steht auf dem Balkon ihrer Wohnung mit Blick auf die Stadt
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Vis à vis - Notärztin Lisa Federle: "Müssen achtsam bleiben in der Pandemie"

Die Notärztin Lisa Federle ist Medizinerin aus voller Überzeugung. Als alleinerziehende Mutter hat sie studiert und promoviert: "Es ist dieses Gefühl, jemandem etwas Gutes zu tun", erklärt sie. Schon früh in der Corona-Pandemie hat sie die Krise erkannt - und in Tübingen getestet bevor das flächendeckend eingeführt wurde. Von Christian Wildt

Lisa Federle, Notärztin in Tübingen, hat während der Corona-Krise vorgemacht, wie man handeln kann: Sie sorgte für schnelles mobiles Testen, verteilte umsonst Masken, als andere noch lange überlegten, wo man die wohl herbekommt. Das machte Federle bekannt. Sie bot in vielen Talkshows den zaudernden Verantwortlichen die Stirn.

Wenn du anpackst, bist du dem Ganzen gefühlt nicht so ausgeliefert

 

Schon früh hatte Federle die drohende Corona-Krise erkannt - und schon vor März 2020 eine Krisensitzung einberufen. Im Altenheim hat sie Tests durchgeführt als das noch unüblich war und möglichst viele Menschen mit Masken ausgestattet. Wenn du etwas anpackst und etwas tust, hast du nicht das Gefühl, du bist dem Ganzen so ausgeliefert, meint die Ärztin. Heute sagt sie zum Verlauf der Pandemie: "Ich glaube, dass wir achtsam bleiben müssen."

Beim Helfen interessiert die Versicherungskarte nicht

 

Federle hat ein "gemischtes, buntes Leben" hinter sich, wie sie es nennt. Sie ist sehr früh Mutter von zwei Kindern geworden, hat dann alleinerziehend Schule und Studium gemacht.
"Es ist dieses Gefühl, jemandem etwas Gutes zu tun", erklärt sie ihre Leidenschaft als Ärztin. Es gehe ums Helfen - auch Geflüchteten etwa. "Zunächst mal interessiert die Versicherungskarte nicht."