Lisa Paus bei einem Statement am Rande der 40. Sitzung des Deutschen Bundestages im Reichstagsgebäude.
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Vis à vis - Bundesfamilienministerin Paus gegen Pflichtjahr für Jugendliche

Bundesfamilienministerin Lisa Paus (B90/Die Grünen) hat sich gegen den Vorschlag eines Pflichtjahres für Jugendliche ausgesprochen: Die Jugendlichen hätten sich sehr solidarisch mit der Gesellschaft gezeigt, deswegen sei "alles, was in Richtung Zwang und Drangsalierung geht, nicht richtig."

Vor etwa zwei Monaten wurde Lisa Paus quasi über Nacht zur Bundesfamilienministerin – nachdem ihre Vorgängerin Anne Spiegel zurücktreten musste. Für sie ist im Moment noch jeder Tag voll mit "ersten Malen", von daher sei es "ein tolles, neues Amt", so Paus.

Doch auch eines, das sich um Sorgen und Probleme dreht: Viele Familien haben derzeit große finanzielle Schwierigkeiten aufgrund steigender Preise in quasi allen Lebensbereichen. Lisa Paus will ihnen helfen, "erstmal indem ich ihnen eine Stimme gebe." Die bisherigen Entlastungspakete würden auch Familien helfen, doch das reiche noch nicht – neue Hilfen werden notwendig sein: "Die Inflation ist stark gestiegen und insbesondere ärmere Familien sind besonders betroffen. Und die Heizkostenrechnungen sind je bei den allermeisten noch gar nicht angekommen. […] Von daher gehe ich davon aus, dass nach dem zweiten Entlastungspaket vor dem dritten Entlastungspaket sein wird."

Zahl der depressiven Jugendlichen stark gestiegen

Auch die Belange der Jugendlichen fallen in Paus Arbeitsbereich, also auch der Vorschlag von Bundespräsident Steinmeier, einen sozialen Pflichtdienst für junge Menschen einzuführen. Diesen Vorschlag lehnt Paus ab: "Ich finde, diese Jugend hat sich dermaßen solidarisch gezeigt, mit der gesamten Gesellschaft und insbesondere mit der älteren Bevölkerung, da war schon ganz viel Pflicht dabei." Die Zahl der Jugendlichen, die von sich sagen, sie seien schwer depressiv, sei in den vergangenen Jahren von 10 auf 25 Prozent gestiegen. "Deswegen finde ich alles, was in Richtung Zwang und Drangsalierung geht, nicht richtig."

 

Sie wäre stattdessen für ein Recht auf ein Freiwilligenjahr. Im Moment sei die finanzielle Ausstattung dafür nicht gut. Alle jungen Leute, die sich einbringen wollten, müssten das können.