Henning Jeschke im September 2021 während eines Hungerstreiks in Berlin
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Vis à vis - Henning Jeschke: Drastische Schritte fürs Klima

Er ist Teil der "Letzten Generation", die eine schnellere, radikalere Klimaschutzpolitik fordert: Henning Jeschke ist 22 Jahre alt - und ließ alles stehen und liegen, um sich voll zu engagieren. Unter anderem trat er im letzten Herbst mit anderen in Berlin in einen Hungerstreik. Von Matthias Bertsch

Er habe demonstriert, Petitionen unterzeichnet, mit Politikerinnen und Politikern gesprochen, erzählt Jeschke. "Aber dieser bunte Blumenstrauß an Methoden hat es doch über Jahrzehnte nicht geschafft, dieses Problem auch nur ansatzweise anzukratzen." Also dachten er und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter über drastischere Formen nach.

Dafür hätten sie auch in die Geschichte geschaut und nach Beispielen gesucht, wie Menschen sich in scheinbar aussichtslosen Situationen gegen ein System wehrten. So kamen sie auf Blockaden und schließlich auch auf den Hungerstreik. "Das ist eine Sache - die ist kein Spaß. So wie die ganze Situation gerade kein Spaß ist", sagt der 22-Jährige.

Viele junge Menschen haben große Angst


Mit dem Hungerstreik sollten Spitzenpolitiker dazu gebracht werden, mit den jungen Menschen zu reden, was diese lange ablehnten. Schließlich gab es dann ein Gespräch von Mitgliedern der "Letzten Generation" mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bei einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Es bewege ihn, dass so viele in seiner Generation und auch noch Jüngere sehr große Angst vor dem Klimawandel haben, sagt Jeschke. "Ich bin wirklich schockiert davon, dass das noch so ein Punkt ist, der erst noch ankommen und durchtröpfeln muss, auch bei den älteren Menschen, bei meinen Eltern, meinen Großeltern." Er erkenne bei ihnen aber auch eine Bereitschaft, etwas zu ändern. "Wir reden viel", so der 22-Jährige. "Wir müssen aber jetzt handeln."