Strömung in einem Fluss
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Vis à vis - Thorsten Wagener: Erforscht die Wege des Wassers

Ohne Wasser können wir schon nach ein paar Tagen nicht mehr leben. Doch Wasser kann auch gefährlich werden – wenn Regen und Fluten ganze Regionen zerstören. Umso wichtiger ist es, hydrologische Prozesse zu verstehen. Thorsten Wagener erforscht sie und wurde dafür mit der Alexander von Humboldt-Professur ausgezeichnet. Von Lena Petersen

Den Zugang zum Wasser habe er eher zufällig während des Studiums gefunden, erzäht Wagener. Das Thema habe ihn fasziniert, weil es viel mit Menschen zu tun habe. "Ohne Wasser geht es nicht, aber gleichzeitig geht davon eine große Gefahr aus", sagt der Hydrologe. Er habe das Thema damals fünf Monate lang in Äthiopien erforscht. "Das hat mir gezeigt, dass man hier mit Forschung vielleicht wirklich noch sehr wichtige Dinge ändern kann."

Hydrologie berechnet Vorhersagen für Fluten und Dürren

 

Der Mensch nehme enormen Einfluss auf den globalen Wasserkreislauf – etwa durch Abholzung, Versiegelung, Grundwasserentnahme, aber noch stärker durch den Klimawandel. "Das Wasser auf unserem Planeten ändert sich nicht mengenmäßig, aber die Energie, die wir in der Atmosphäre haben, ändert sich", erklärt Wagener. Die Temperatur steige und dadurch intensiviere sich der Wasserkreislauf. Die Folgen würden sich in den nächsten Jahren noch stärker zeigen, durch schwerere Unwetter, Hochwasser und längere Dürren, betont der Wissenschaftler.

Durch mathematische Modelle versucht die Hydrologie, möglichst genaue Vorhersagen zu solchen Ereignissen zu treffen. Für seine Forschung wurde Wagener mit Deutschlands höchstem internationalem Forschungspreis, der Alexander von Humboldt-Professur, ausgezeichnet. Die Auszeichnung sei ein Karrierehöhepunkt, sagt Wagener. "Das ist eine große Motivation und Ehre zu sehen, dass nach 25 Jahren in der Forschung man diesen Preis bekommt – das zeigt, dass man etwas Sinnvolles gemacht hat."

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