Anlagen auf dem Industriegelände der PCK-Raffinerie GmbH in Schwedt (Bild: dpa)
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Vis à vis - Wie soll es in Schwedt weitergehen, Annekathrin Hoppe?

Die Pläne, komplett auf Öllieferungen aus Russland zu verzichten, haben konkrete Auswirkungen auf die Erdöl-Raffinierie im brandenburgischen Schwedt. Welche Unsicherheiten vor Ort herrschen und was sich die Schwedter wünschen, darüber hat Andreas Oppermann mit der Bürgermeisterin Annekathrin Hoppe gesprochen.

Deutschland möchte weg von russischem Gas und Öl. Beim Gas wird das so schnell nicht gehen, aber ein Embargo von russischem Öl - das kann sich Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck schon bald vorstellen. Denn der Anteil Russlands an der Öl-Versorgung ist in den letzten Wochen von 35 auf 12 Prozent gesunken. Nur: Das hilft Schwedt an der Oder nicht. Denn die 12 Prozent kommen genau dort an, über die "Druschba"-Pipeline in der PCK-Raffinerie. Habeck hat eine Suche nach Lösungen versprochen, aber die Stadt hängt an PCK und ihren russischen Besitzern. Viele fürchten um ihren Arbeitsplatz.

Bürgermeisterin Annekathrin Hoppe fordert eine Erklärung der Strategie durch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck - wie sieht es mit alternativem Öl aus? Und wie sollen die Arbeitsplätze gesichert werden?

Zudem werde der Trasformationsprozess in der Stadt beschleuningt, erkolärt Hoppe. Der Wirtschaftsstadort wolle einen neuen Weg einschlagen und nachhaltige Industrie ansiedeln. Städtepartnerschaften und Bezieungen sollen weiter bestehen bleiben. Die Bürgermeisterin betont, man dürfe die russiche Bevölkerung nicht in einen Topf mit Putin werfen.

Hintergrund

Die Stadt Schwedt hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck um ein Gespräch gebeten.

In einem Schreiben an den Minister heißt es, man sei noch immer völlig fassungslos über die Ankündigungen Habecks. Diese seien in der Region mit großer Verunsicherung aufgenommen worden.

In Schwedt steht die Öl-Raffinerie PCK, die mehrheitlich dem russischen Staatskonzern Rosneft gehört. Habeck hatte vergangene Woche die Möglichkeit ins Spiel gebracht, Rosneft zu enteignen und die Raffinerie vom Rostocker Hafen aus mit nicht-russischem Öl zu beliefern.

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