Herlinde Koelbl, Fotografin, steht bei einem Pressetermin zu ihrer Ausstellung «Angela Merkel Porträts 1991 – 2021» vor einem Porträt von Angela Merkel aus dem Jahr 2018 im Deutschen Historischen Museum.
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Vis à vis - Herlinde Koelbl: Zeitreise mit Angela Merkel

30 Jahre hat die Journalistin und Fotografin Herlinde Koelbl die Politikerin Angela Merkel (CDU) begleitet. Jedes Jahr ein Mal hat sie die einstige Ministerin und spätere Kanzlerin zum Fototermin gebeten. Ihre Porträts sind jetzt im Deutschen Historischen Museum zu sehen. Von Maria Ossowski

"Ist denn in diesem Jahr schon Frau Koelbl da gewesen?" Was zunächst nur auf acht Jahr angelegt gewesen, hat sich letztlich über 30 Jahre gezogen und schließlich sei sie schon vermisst worden: Die Fotografin Herlinde Koelbl porträtiert die Politikerin Angela Merkel (CDU) ein Mal pro Jahr. Erst als Ministerin, später als Bundeskanzlerin.

Zwei Fotos seien ihre Lieblinge, sagt Koelbl heute. Nämlich jene, die Merkel gelöst, entspannt und ein wenig keck zeigten. Die Bilder sind bis September im Deutschen Historischen Museum zu sehen.

Merkel darf selbst entscheiden, wie sie steht und schaut

 

Es habe sich im Laufe der Zeit ein Ritual entwickelt: Zuerst gab es ein Mal sitzend ein Kopfporträt, dann stehende Fotos. "In der Körperhaltung drückt sich die Veränderung sehr stark aus", erläutert Koelbl, warum ihr das wichtig sei. "Der Körper ist so ehrlich wie man oft mit Worten nicht ist." Sie habe Merkel keinerlei Anweisung gegeben - es sei alles ihr überlassen geblieben, wie sie sich stelle und wie sie schaue. Vor allem in ihrer Amtszeit als Kanzlerin sei sie recht statisch und abgekämpft gewesen.

Beim letzten Bild: "Das Loslassen ist schon eingetreten"

 

Insbesondere das letzte Bild als Kanzlerin vor der Bundestagswahl ist laut Koelbl bemerkenswert. Sie erkenne bei Merkel im Gesicht einen Hauch von einem Lächeln. "Das Loslassen ist schon eingetreten, es gibt so eine Art von Frieden im Gesicht."