Blick über Berlin-Staaken (Bild: IMAGO / Sabine Gudath)
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Vis à vis - Wie schafft Berlin die Wärmewende, Elisa Dunkelberg?

Spätestens im Jahr 2045 will Berlin klimaneutral sein. Dafür muss die Hauptstadt auch ihre Wärmeversorgung umstellen. Elisa Dunkelberg vom Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung hat mit Forscherkollegen eine Wärmestrategie für das Land Berlin entwickelt. Von Franziska Ritter

Obwohl die Temperaturen wärmer werden und die Heizsaison damit zu Ende geht, sprechen wir in diesen Tagen weiter über das Heizen. Grund ist der russische Angriffskrieg in der Ukraine und das Bestreben der Bundesregierung unabhängig von russischen Gas- und Öllieferungen zu werden.

Um nicht nicht nur unabhängigkeit von Russland, sondern auch dem Ziel der Klimaneutralität näher zu kommen, muss Berlin jedoch noch einiges verändern, sagt Elisa Dunkelberg. Die Wissenschaftlerin vom Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung hat gemeinsam mit Kollegen eine Wärmestrategie für Berlin entwickelt.

Ambitionierte Sanierungen können sich auch für Mietende lohnen

 

Sowohl für die Fernwärmeversorgung, bei der aktuell vor allem Erdgas und Kohle eingesetzt werden, als auch für die kleinen Erdgas- und Erdöl-Heizungskessel in Gebäuden müssten neue Lösungen gefunden werden, erklärt Dunkelberg. Für Ein- und Zweifamilienhäuser seien vor allem Wärmepumpen eine geeignete Alternative. Bei der Fernwärmeversorgung gehe es dagegen darum, mehr lokale Energielieferanten einzubeziehen. Auch tiefe Geothermie könnte zukünftig eine Rolle spielen.

"Damit wird schon klar, dass ist jetzt kein Prozess, der sich in fünf bis zehn Jahren abspielen wird", sagt Dunkelberg. Eine ambitionierte Sanierung hin zu klimaneutralem Heizen könnte sich dabei laut den Berechnungen des Forschungsteams letztlich auch für die Mietenden lohnen. "Die Voraussetzung ist aber, dass es Förderungen gibt und dass die Gebäudebesitzer diese auch in Anspruch nehmen."