Soldaten des Asowregiments
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Vis à vis - Wer ist das Asow-Regiment, Herr Umland?

In der ukrainischen Hafenstadt Mariupol haben sich inzwischen die Kämpfer rund um das Industriegelände Asow-Stahl ergeben. Wer sind diese Kämpfer? Welche Rolle spielen Politik und Gesinnung? Darüber hat Christian Wildt mit dem Politikwissenschaftler und Osteuropa-Experten Andreas Umland gesprochen.

Der Kampf um Mariupol ist beendet - fürs Erste. Zugunsten der Russen, die die Hafenstadt am Asowschen Meer und zum Schluss Industriegelände von Asow-Stahl belagert, bekämpft, zerbombt haben. Und mit der Aufgabe von knapp 1000 ukrainischen Kämpfern, die - teils verletzt - in russischen Gefangenschaft kamen.

Viele vom "Asow-Regiment", einer Freiwilligen-Einheit mit dem Ruf Ultranationalisten in ihren Reihen zu haben. Waren die letzten Verteidiger von Mariupol ukrainische Helden oder auch Nazis und sogar Kriegsverbrecher, wie von russischer Seite zu hören ist? Jedenfalls gehören etliche zum Asow-Regiment, dessen ultranationalistischen Ursprung der deutsche Politikwissenschaftler Andreas Umland kennt: "Tatsächlich kann man die Geschichte dieses Regiments zurückführen auf rassistische freie Kameradschaft 'Patriot der Ukraine'. Und man kann dadurch diese zentrale Begründung für den gesamten Krieg jetzt quasi untermauern, indem man diese Kämpfer festgenommen hat."

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