Rasensprenger
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100 Sekunden Leben - Wasser sparen in Berlin und San Diego

Es ist viel zu trocken in Berlin und Brandenburg. Im Mai hat es noch fast gar nicht geregnet. Und unser Kolumnist Thomas Hollmann ist deshalb froh, dass er von praktischen Wasserspar-Tipps erfahren hat.

Manchmal lohnt es sich doch, den Spiegel zu lesen. Ich weiß jetzt, dass San Diego keine Wasserprobleme hat. Was verwundert, regnet es in San Diego nicht einmal halb so viel wie in Berlin. Normalerweise. Derzeit regnet es dort gar nicht. Wie im umliegenden Kalifornien schon seit Jahren nicht.

In San Diego hat man sich auf die Dürre eingestellt. Mit Sparduschköpfen, Wasserrohren, aus denen das durchsichtige Gold nicht rauströpfelt - und Kakteen. Wer in seinem Garten Kakteen anpflanzt statt durstige Rosen, bekommt Geld. Und wer seinen Vorgarten-Rasen durch ein Muldenbeet ersetzt, wird ebenfalls behördlich bezuschusst. Um ein Drittel ist der Wasserverbrauch in San Diego auf diese Weise reduziert worden.

Stellt sich die Frage, ob auch der Berliner Schrebergärtner auf seinen grünen Halmen-Teppich verzichtet? Oder aber würde die FDP einen entsprechenden Senats-Vorstoß mit dem Protest-Hashtag beantworten: #Rasen-ist-ein-Menschenrecht-im-Garten-wie-auf-der-Autobahn? Mit der FDP wäre behördliches Wassersparen nicht zu machen. Zumal Gartenzwerge auf einem unebenen Muldenbeet leicht zu Fall kommen können. Und dann stürzen die Zwerge am Ende noch in die Kakteen und ziehen sich üble Schnittwunden zu.

Politisch leichter umzusetzen ist da wohl ein Spar-Vorschlag der deutschen Reisebüro-Vereinigung. Rentner sollen den Winter auf Mallorca verbringen. Mit staatlicher Bezuschussung. Das würde deutsches Gas sparen. Und deutsches Wasser, ist der informierte Spiegel-Leser geneigt zu ergänzen. Was den Reisebüro-Lobbyisten wiederum egal sein wird, was da im Einzelnen gespart wird, solange nur eine Reise gebucht wird.

Auf den Garten kann dann ja der Zwerg aufpassen.