Eine Fachkraft überprüft die Einstellungen einer Maschine. (Quelle: Picture Alliance)
Westend61
Bild: Westend61 Download (mp3, 9 MB)

Interview - Unternehmensverbände: Brandenburg kann Industrieland werden

Lange Jahre bestimmte die Suche nach einem Job das Bild auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt. Nun aber suchen Unternehmen händeringend nach Fachkräften. Brandenburg habe trotzdem großes Potential, sagt Alexander Schirp von den Unternehmensverbänden in Berlin und Brandenburg.

Bis 2035 könnten laut Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) in Deutschland sieben Millionen Fachkräfte fehlen. Das betrifft auch die Region, Brandenburg aber mehr als Berlin, sagt Alexander Schirp, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Unternehmerverbände Berlin und Brandenburg.

"Berlin ist im Bundesvergleich extrem gut dran [...], das Sorgenkind, was Fachkräfte angeht ist dann eher Brandenburg", sagt Schirp. Betroffen seien vor allem Hotellerie und Gaststättengewerbe, Altenpflege, aber auch das Handwerk.

Schirp: 200 000 Jobs in Brandenburg geschaffen

 

Die wirtschaftliche Struktur in Ostdeutschland sei bislang durch kleine Betriebe und wenig Industrie geprägt. Hier wolle man aber einen "Turnaround" schaffen, so Schirp: "Wir haben die Chancen, Brandenburg wirklich zu einem Industrieland zu machen."

Deshalb solle man nicht in einen Abgesang einstimmen, dass die Wirtschaft in Brandenburg immer schwächer werde. "Wir haben eine große Erfolgsgeschichte hinter uns", sagt Schirp. Man habe in weniger als 20 Jahren über 200 000 neue Jobs in Brandenburg geschaffen. Jetzt gehe es darum, die Weichen für die Zukunft als Industriestandort zu stellen.