Polizisten suchen am Kottbuser Damm nach Spuren.
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Interview - Experte: Innere Sicherheit ist schnell "ein Angstthema"

Die innere Sicherheit Berlins war nach den Angriffen auf Polizei und Feuerwehr in der Silvesternacht plötzlich ganz oben auf der Wahlkampf-Agenda. Für den Soziologen Christoph Kopke hatte der Umgang damit zu viel mit Stereotypen und "einfachen Zuschreibungen" zu tun.

Nach Meinung von Christoph Kopke, Professor für Politik und Zeitgeschichte an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin, braucht es nach Ereignissen wie den Angriffen in der Berliner Silvesternacht mehr Bemühen seitens der Politik, das komplexe Geschehen zu verstehen und darauf zu reagieren. Es seien stark Stereotype bedient worden bis hin zu Rassismus, so Kopke. Oft sei es bei einer "einfachen Zuschreibung" nach den Angriffen auf Rettungskräfte geblieben.

Eskalation mache Probleme sichtbar

 

Innere Sicherheit sei schnell ein Kampfthema und sei so sehr schnell in den Wahlkampf gekommen: "Es ist ein Angstthema." Dennoch habe die Eskalation auch Probleme sichtbar gemacht, um die man sich kümmern müsse, sagt Kopke, der an der Hochschule den Fachbereich Polizei und Sicherheitsmanagement leitet.

Überlastung des Personals zu hoch

 

Bei der Kriminalitätsbekämpfung in der Stadt müsse immer bedacht werden, dass manche Verfahren sehr lang im Rechtsstaat dauerten. Das finde nicht zuletzt bei der Überlastung des Personals seinen Grund. Auch müsse die Ausstattung der Polizei besser werden.

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