Symbolbild: Ukrainischer Soldat
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Interview - Korruption in der Ukraine: Überteuerte Beschaffungen für die Armee

Seit mehreren Tagen wird über Rücktritte und Entlassungen von Politikern und hohen Beamten in der Ukraine im Krieg berichtet. In vielen Fällen gehe es um überhöhte Anschaffungen für das Militär, sagt Alexander Libman vom Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin.

Nach mehreren Korruptionsskandalen ist in der Ukraine die Regierung umgebildet worden. Vier Vize-Minister und fünf Regional-Gouverneure wurden entlassen. Ihnen wird vorgeworfen, Schmiergelder angenommen zu haben. Außerdem geht es um die Veruntreuung von Hilfsgeldern sowie das Zuschanzen von Bauaufträgen und Luxusreisen.

Ukraine schon vor Krieg ein korrupter Staat

 

Für Alexander Libman, Leiter der Abteilung Politik am Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin, ist es wesentlich, sich klar zu machen, dass die Ukraine vor dem Krieg ein sehr korrupter Staat gewesen sei. Dieses System bleibe im Krieg natürlich bestehen und äußere sich etwa in überteuerten Anschaffungen für die Armee.

Selenskyj will gegen Korruption vorgehen

 

Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte versprochen, entschlossen gegen Korruption innerhalb der Behörden vorzugehen. In der Folge gab es in den vergangenen Tagen bereits mehrere Rücktritte.

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Newsjunkies - Korruption: Wie sich ukrainische Politiker am Krieg bereichern

Vier Vize-Minister und fünf Gouverneure sind ihre Ämter los. Ist der Antikorruptionskurs, den die Ukraine seit 2014 fährt, damit gescheitert? Oder zeigen die Aufdeckungen nicht viel mehr, dass das nationale Anti-Korruptionsbüro seinen Job macht? Die Newsjunkies Henrike Möller und Bruno Dietel schätzen die aktuelle Lage ein.

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