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Interview - ver.di: Beschäftigte im öffentlichen Dienst brauchen einen Ausgleich

Am Dienstag beginnen in Potsdam die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst. ver.di-Vizechefin Christine Behle hält die Forderungen für gerechtfertigt. Die Belastungen für die Beschäftigten seien erheblich.

Für ver.di-Vizechefin Christine Behle ist klar: "Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst haben einen erheblichen Nachholbedarf. Sie hinken in der Lohnentwicklung deutlich hinter der Gesamtwirtschaft her". Auch seien die Belastungen für die Beschäftigten erheblich, weshalb es eines Ausgleichs benötige.

Öffentliche Hand profitiert von Inflation

 

Behle gibt zu bedenken, dass die öffentlichen Haushalte von der gegenwärtigen Inflation profitieren würden: "Wir haben deutlich höhere Steuereinnahmen. Insgesamt, wenn man alle Haushalte anguckt, über 40 Milliarden Euro mehr als geplant. Das muss man sagen, ist sehr gut". Die Wirtschaft sei nicht in einer Rezession gelandet, sondern wachse weiter.

Konkurrenz mit Wirtschaft um Fachkräfte

 

Wenn man die öffentliche Hand weiter handlungsfähig halten wolle, müsse man in das Personal investieren, fordert Behle. Auch müsse der öffentliche Dienst als Arbeitgeber attraktiv bleiben. Allein in der Verwaltung würden bis 2030 bis zu eine Million Beschäftigte fehlen, weil viele in Rente gingen oder Stellen nicht besetzt seien. Behle verweist auf einen Wettbewerb um Fachkräfte, bei dem es auch auf gute finanzielle Bedingungen ankommt.

Hintergrund

Forderungen der Gewerkschaft für den Öffentlichen Dienst

Die Gewerkschaftsseite gibt ihre Forderungen zur Tarifrunde TVöD bekannt:

    Entgelterhöhung: +10,5 Prozent mit einem Mindesterhöhungsbetrag von 500 €

    Ausbildungsvergütungen: +200 Euro pauschal

    Laufzeit: 1 Jahr

Die Vereinigung des kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) lehnt die Gewerkschaftsforderungen als unrealisierbar ab.

Quelle: Informationsseiten für den öffentlichen Dienst

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