Ein Mann und eine Frau sitzen auf einer Bank
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Interview - Toncar (FDP) zur Rente: Kapitalstock hilft Beitragszahlern und Rentnern

In Deutschland arbeitet die Bundesregierung an einer Reform für die Rente. Florian Toncar (FDP), Parlamentarischer Staatssekretär im Finanzministerium, erklärt, wie ein Aktienfonds in Zukunft helfen soll, das Rentensystem stabil zu halten.

Bisher wird die Rente durch Beiträge und Steuern finanziert. Nun soll auch ein Aktienfonds dazu kommen. Eine Expertenkommission will sich am Dienstag dazu zusammenfinden. Wenn man es bei dem bisherigen System belassen würde, würde das Rentenniveau sinken, erklärt Florian Toncar. "Das wäre immer weniger ausbalanciert."

Daher brauche es einen Kapitalstock, der jährlich wachsen solle, "der Geld anlegen soll, global. Und aus den Überschüssen, aus den Erträgen dieses Kapitalstocks soll nach unseren Plänen Mitte der 30er Jahre [...] Geld entnommen werden können, um die Beiträge und die Renten insgesamt in Balance zu halten", sagt der FDP-Finanzexperte.

FDP-Finanzexperte: Alle Rentnerinnen sollen von Aktienportfolios profitieren

 

Die Aktienportfolios sollen dabei langfristig angelegt und breit gestreut sein. Die Betriebsrenten, private Altersvorsorgen oder Versorgungswerke funktionieren demnach weitgehend bereits nach diesem System. Toncar sagt: "Ich glaube, dass alle Rentnerinnen und Rentner, die aus der gesetzlichen Rentenversicherung Leistungen bekommen, und die Beitragszahler davon auch profitieren können."

Die große Herausforderung komme auf die Rentensysteme Mitte der 30er Jahre auf. "Wir hätten schon noch etwa zehn bis 15 Jahre, in denen wir einen Kapitalstock aufbauen könnten", so der Finanzexperte. Allerdings räumt der FDP-Politiker ein, dass ein Kapitalstock allein das Problem der Renten nicht lösen könne. Daher seien weitere Reformen notwendig.

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