Rheinland-Pfalz, Ramstein: Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius (l) schüttelt seinem ukrainischen Kollegen Olexij Resnikow die Hand. Mitte steht der amerikanischer Verteidigungsminister Lloyd Austin.
dpa
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Interview - Militärexperte: "Wir wissen alle, dass Scholz sehr vorsichtig ist"

Beim Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Ramstein hat Deutschland trotz hoher Erwartungen die Lieferung von Kampfpanzern an Kiew nicht zugesagt. Der Militärexperte Wolfgang Richter geht aber davon aus, dass die Frage bald entschieden sei.

Richter ist Oberst a.D. und Militärexperte bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Er sagt, dass es für die Bundesregierung offenbar kein Tabu gebe, schwere Waffen zu liefern. Daher sei das nicht der Grund, weshalb Deutschland bislang mit der Lieferung von Leopard-Panzern an die Ukraine zögert. "Sondern es geht darum, aus deutscher Sicht einen nationalen Alleingang zu verhindern."

Richter: Scholz schätzt Eskalationsrisiken ab

 

Man wolle verhindern, dass auf dem Gefechtsfeld deutsche Leopard-Panzer russischen Panzern gegenüberstehen. "Und deswegen hat die Bundesregierung seit Langem den Standpunkt vertreten, dass auch andere Verbündete ihre Kampfpanzer dann eben schicken müssten." Als Beispiel nennt Richter Panzer der USA, Großbritannien und Frankreich.

Richter sagt außerdem, man solle auch den politischen und strategischen Kontext bewerten. "Wir wissen ja alle, dass Bundeskanzler Scholz sehr vorsichtig ist in seinem Vorgehen und natürlich auch Eskalationsrisiken abschätzt." Richter vermutet aber, dass die Frage, ob Deutschland Leopard-Panzer liefert, demnächst entschieden werde.

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