Archivbild: Ein Panzer des Typs Leopard 2 A4 wird zur Demonstration bei der feierlichen Übergabe der ersten vier Panzer an die ungarische Armee gefahren (Bild: dpa)
dpa
Bild: dpa Download (mp3, 9 MB)

Interview - Ukraine: Linken-Chef Schirdewan wirbt für diplomatische Lösung

Die Debatte um Kampfpanzer-Lieferungen in die Ukraine im Krieg gegen Russland tobt. Das kritisiert der Linken-Parteichef Martin Schirdewan, der auch im Europaparlament sitzt und fordert: "Wir müssen raus aus der Diskussion um rein militärische Lösungen."

Der Parteichef der Linken Martin Schirdewan fordert, im Ukraine-Krieg wieder mehr auf Diplomatie zu setzen. "Wir müssen raus aus der Diskussion um rein militärische Lösungen", sagt der Politiker, der auch Fraktionschef der Linken im Europaparlament ist. Es sei klar: Man müsse raus "aus diesem elendigen Krieg" - aber vor allem mit diplomatischen Mitteln.

Schirdewan kritisiert immer fortlaufende Debatte um Militärlieferungen

 

Schirdewan stellt sich gegen mögliche Lieferungen des Kampfpanzers Leopard 2 als Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland. "Sind in der Vergangenheit Waffen geliefert worden, der Marder zum Beispiel, der Schützenpanzer, dann begann sofort die Debatte, ob jetzt Kampfpanzer geliefert werden sollen."

Erst Panzer, dann Kampfflugzeuge und letztendlich Soldaten?

 

Er frage sich, wohin das führen solle, so Schirdewan. "Ob nach den Kampfpanzern dann Kampfhubschrauber, dann Kampfflugzeuge und letztendlich Soldaten geschickt werden wollen?" Aus diesem Grund stelle er sich klar gegen solche Lieferungen.

Hintergrund

Konferenz in Ramstein berät über weitere Unterstützung der Ukraine

Verteidigungsminister und ranghohe Militärs aus zahlreichen Ländern beraten am Freitag auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz über die weitere Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland. Im Mittelpunkt dürfte die mögliche Lieferung von Kampfpanzern an Kiew stehen. An dem Treffen nimmt auch der neue Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) teil.

Zu der Konferenz auf der größten US-Air-Base außerhalb der Vereinigten Staaten hat US-Verteidigungsminister Lloyd Austin die Mitglieder der sogenannten Ukraine-Kontaktgruppe eingeladen. Zu ihr gehören neben den USA etwa auch Deutschland und Großbritannien.

Erwartet werden unter anderem auch der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Wie bei den beiden Treffen dieser Art im vergangenen Jahr wurden dem Vernehmen nach auch Nicht-Nato-Staaten eingeladen.

Russland führt seit dem 24. Februar 2022 einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland Ukraine. Als Reaktion verhängten europäische Staaten sowie die USA beispiellose Sanktionen gegen Moskau.

Auch auf rbb24inforadio.de

Gipfeltreffen zum Ukrainekrieg am 26.4.2022 auf der Ramstein Air Base in Ramstein Miesenbach
picture alliance / Daniel Kubirski

Interview - Ex-Nato-General rechnet mit deutscher Leopard 2-Ausfuhrgenehmigung

Verteidigungsminister und ranghohe Militärs beraten auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein über die weitere Unterstützung der Ukraine. Nato-General a.D. Hans-Lothar Domröse rechnet fest mit Deutschlands Ausfuhrgenehmigung des Kampfpanzers Leopard 2 - und auch mit eigenen Lieferungen.

Ein Soldat fährt einen Leopard-2-Panzer der Bundeswehr.
dpa

Interview - Experte zu Panzerlieferungen: Am besten wäre europäische Koalition

Polen ist vorgeprescht und will Leopard-2-Panzer in die Ukraine liefern. Das Land bringt eine "Internationale Koalition" dafür ins Spiel. Rafael Loss, Experte für Sicherheitspolitik beim European Council on Foreign Relations, findet diesen Vorschlag gut. Es hänge jetzt vor allem an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), ob es dazu kommt.