oris Pistorius (SPD), designierter Verteidigungsminister
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Interview - Eppelmann: Pistorius sollte aus Lambrechts Fehlern lernen

Als neuer Verteidigungsminister hat Boris Pistorius (SPD) künftig wohl die schwierigste Aufgabe in der Bundesregierung. Wichtig seien "ein Stück Distanz" und viel Interesse an den Menschen in der Bundeswehr, meint Rainer Eppelmann, der 1990 Verteidigungsminister der letzten DDR-Regierung war.

Nach der überraschenden Bekanntgabe von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) als neuem Bundesverteidigungsminister rät der ehemalige DDR-Bürgerrechtler Rainer Eppelmann zu Gesprächen mit der zurückgetretenen Ministerin. Pistorius sollte sich mit Christine Lambrecht (SPD) austauschen und aus ihren Fehlern und von ihren Erfahrungen lernen, meint Eppelmann, der im Jahr 1990 Minister für Abrüstung und Verteidigung der letzten DDR-Regierung war.

In engen Kontakt zur Bundeswehr treten

 

Grundsätzlich finde er es gut, dass Pistorius ein Zivilist mit einem gewissen Abstand zum Militär sei - das ermögliche "ein Stück Distanz", so Eppelmann. Wichtig sei es nun, in erster Linie mit den Angehörigen der Bundeswehr einen engen Kontakt aufzubauen.

Eppelmann: Heute ist die "Heiligkeit von Grenzen" gebrochen worden

 

Auch wenn er sich eine Welt ohne Waffen in der Hand von Soldaten wünschen würde, sagt Eppelmann: Die Situation im Kalten Krieg sei eine völlig andere als heute gewesen. Damals habe es eine "Sehnsucht nach Abrüstung" gegeben. Heute sei das demokratische Europa zwar größer geworden, aber es gebe einen Krieg. Die "Heiligkeit von Grenzen" sei gebrochen worden. Das sei eine völlig andere Herausforderung als vor gut 30 Jahren.