Boris Pistorius (SPD) wird neuer Bundesverteidigungsminister
dpa
Bild: dpa Download (mp3, 8 MB)

Interview - Otte (CDU): Pistorius "faustdicke Überraschung" als Bundesminister

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) wird Bundesverteidigungsminister. Lange war die Wehrbeauftragte des Bundestags Eva Högl (SPD) als Kandidatin gehandelt worden. Für den CDU-Verteidigungspolitiker Henning Otte ist die Entscheidung eine große Überraschung.

Der stellvertretende Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestages von der CDU, Henning Otte, bezeichnet es als "faustdicke Überraschung", dass der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) neuer Bundesverteidigungsminister werden soll.

Otte: Ein Minister nicht aus der Bundestagsfraktion

 

Otte sagt kurz nach Bekanntwerden der Personalie, Pistorius sei nicht in Berlin: "Vor allem ist offensichtlich von der SPD hier in der Bundestagsfraktion niemand in der Lage oder bereit, dieses verantwortungsvolle Amt zu übernehmen, sondern es muss ein Landesminister kommen." Er kenne Boris Pistorius aus Niedersachsen. "Dort ist er als Innenminister sehr erfahren, hat einen guten Zugang zur Polizei." Allerdings fehle ihm möglicherweise Erfahrung.

Parität in Ministerämtern nicht gehalten

 

Otte ist skeptisch, ob Pistorius für das Amt geeignet sei: "Aber jetzt ist auch internationale Erfahrung gefragt - am Donnerstag ist das Ramstein-Format. Dringend muss entschieden werden, welche Waffen die Ukraine weiter braucht. Also er betritt hier eine Bühne und ist dafür vielleicht nicht gut vorbereitet." Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) breche mit dem Versprechen der Parität - der gleichen Anzahl an Frauen und Männern in Bundesministerämtern. Das sei offenbar nicht zu halten gewesen.

Auch auf rbb24inforadio.de

Porträt von Christine Lambrecht
dpa Pool

Interview - Wissenschaftlerin zu Lambrecht-Nachfolge: Wird keine Probezeit haben

Nach dem Rücktritt von Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) laufen die Spekulationen über ihre Nachfolge. Aylin Matlé von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik sagt, diese Person müsse ab dem ersten Tag voll einsatzfähig und bestenfalls vertraut mit den Strukturen der Bundeswehr sein.

Christine Lambrecht (SPD), Bundesministerin der Verteidigung
dpa

Interview - Militärexperte zu Lambrecht-Rücktritt: Braucht jetzt gutes Team

Nun ist es offiziell: Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) tritt zurück. Sie bat Kanzler Olaf Scholz (ebenfalls SPD) am Montagmorgen um ihre Entlassung. Militärexperte Gustav Gressel sagt, es gebe jetzt nach den Verwerfungen der vergangenen Monate die Hoffnung, die alten Probleme der Bundeswehr anzugehen.