Christine Lambrecht (SPD), Bundesministerin der Verteidigung
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Interview - Militärexperte zu Lambrecht-Rücktritt: Braucht jetzt gutes Team

Nun ist es offiziell: Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) tritt zurück. Sie bat Kanzler Olaf Scholz (ebenfalls SPD) am Montagmorgen um ihre Entlassung. Militärexperte Gustav Gressel sagt, es gebe jetzt nach den Verwerfungen der vergangenen Monate die Hoffnung, die alten Probleme der Bundeswehr anzugehen.

Mit der "monatelangen medialen Fokussierung auf meine Person" hat Christine Lambrecht (SPD) ihren Rücktritt als Bundesverteidigungsministerin am Montagmorgen begründet. Diese lasse eine sachliche Diskussion über die Bundeswehr kaum zu, heißt es in ihrer Erklärung. Gustav Gressel, Politikwissenschaftler und Militärexperte vom European Council on Foreign Relations, beklagt, dass es zuletzt in dem Ministerium keine Kontinuität an der Spitze gegeben habe.

Er sagt aber auch: "Nach all den Verwerfungen der letzten Monate ist sozusagen die Hoffnung, mal neu durchzustarten und die alten Probleme aus einer anderen Angriffsrichtung anzugehen, jetzt natürlich auch schon da", sagt er. Die Bewegung, die es in der deutschen Verteidigungspolitik seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine gegeben habe, sei "nicht mit der letzten Konsequenz vorgetragen" worden, sagt Gressel.

Gressel: Multifunktionsmenschen bekommt man nur als Team

 

Für Lambrechts Nachfolge bräuchte es eigentlich eine "eierlegende Wollmilchsau". Solch einen "Multifunktionsmenschen" bekomme man aber nur als Team. Deshalb sagt Gressel: "In erster Linie braucht es jemanden, der sich ein gutes Team zusammenstellen kann - weil: Regieren ist Mannschaftssport."

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Archivbild: Christine Lambrecht (SPD), Bundesministerin der Verteidigung, nimmt an im Oktober 2022 an einer Sitzung des Bundeskabinetts im Bundeskanzleramt teil.
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Interview - Politologe von Lucke: Lambrecht-Rücktritt ist überfällig

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hat am Montagmorgen ihren Rücktritt erklärt. Zuvor hatte es bereits Spekulationen darum gegeben. Politikwissenschaftler Albrecht von Lucke sagte schon vor der Bekanntgabe, dass dies der richtige Schritt sei: "Frau Lambrecht war in dem Sinne gar nicht mehr zu halten."