Blick auf das Tagebaugebiet bei Lützerath im Hintergrund ist das Kohlekraftwerk Niederaußem zu sehen.
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Interview - Fridays for Future: Lützerath-Demo war "gigantisches Zeichen"

An der Demonstration gegen den Kohleabbau im rheinischen Lützerath haben am Wochenende laut Polizei rund 15 000 Menschen teilgenommen. Fridays for Future spricht sogar von mindestens 35 000. Das sei ein "gigantisches Zeichen" der Zivilgesellschaft, sagt FFF-Sprecherin Annika Rittmann - und kündigt weitere Aktionen an.

Es sei verantwortungslos, dass sich die Politik entschieden habe, einen Deal mit RWE zu schließen, betont Klimaaktivistin Annika Rittmann von Fridays for Future. Zwar steige man früher aus der Kohle aus, es werde aber trotzdem genau so viel Kohle verbrannt, so die Aktivistin. Dagegen hätten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Lützerath-Demonstration am Wochenende "ein gigantisches Zeichen" gesetzt.

Selbst wenn es ein Moratorium und neue Verhandlungen über den Kohleabbau in Lützerath geben sollte, seien für die nächsten Wochen weitere Proteste geplant, sagt Rittmann. Am Dienstag gebe es zum Beispiel eine Aktion des Bündnisses "Ende Gelände" sowie im März einen weiteren globalen Klimastreik.

"Wir fordern die Regierung weiter auf, neu zu verhandeln", so Rittmann. Dazu sei auch zivilgesellschaftlicher Druck nötig. "Wir hören nicht auf zu kämpfen, solange die Kohle im Boden ist und solange wir die 1,5-Grad-Grenze noch nicht gerissen haben", sagt sie. Dazu gehöre auch ziviler Ungehorsam, der "schon immer Teil der Klimagerechtigkeitsbewegung" gewesen sei.

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