Porträt von Christine Lambrecht
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Interview - Wissenschaftlerin zu Lambrecht-Nachfolge: Wird keine Probezeit haben

Nach dem Rücktritt von Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) laufen die Spekulationen über ihre Nachfolge. Aylin Matlé von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik sagt, diese Person müsse ab dem ersten Tag voll einsatzfähig und bestenfalls vertraut mit den Strukturen der Bundeswehr sein.

Der Parteivorsitzende Lars Klingbeil, die Wehrbeauftragte des Bundestags Eva Högl und Arbeitsminister Hubertus Heil: Diese drei SPD-Politiker werden seit dem Rücktritt von Christine Lambrecht (SPD) als Verteidigungsministerin am häufigsten für ihre Nachfolge genannt. Aylin Matlé von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik sagt, es spreche vieles für Högl. Sie gelte als gute Kennerin der Strukturen der Bundeswehr uns als beliebt bei der Truppe.

Politikwissenschaftlerin: Lambrecht-Nachfolge braucht Durchsetzungswillen und Kraft

 

Wer auch immer Lambrechts Nachfolge antreten werde, werde keine Probezeit haben, sagt die Politikwissenschaftlerin, die ihren Schwerpunkt in der Außen- und Verteidigungspolitik hat. "Die Person, die dann auf Frau Lambrecht folgen wird, muss im Prinzip ab dem ersten Tag im Amt voll einsatzfähig sein." Sie müsse vertraut mit den Strukturen von Bundeswehr und Ministerium sein oder sich innerhalb kürzester Zeit einarbeiten können.

"Ich denke, außerdem ist es sehr wichtig, dass die Nachfolgerin oder der Nachfolger von Frau Lambrecht politischen Durchsetzungswillen und auch die Kraft dazu mitbringt, schwierige Entscheidungen durchzubekommen", sagt Matlé. Zusätzlich müsse diese Person auch in der Lage sein, sehr schnell auf internationalem Parkett einsatzbereit zu sein.

"Ungünstig, dass es zu einem solchen Schritt kommen musste"

 

In jedem Fall sei es wichtig, dass der Posten der Verteidigungsministerin ganz schnell nachbesetzt werde. Denn die Vakanz könne sich Deutschland nicht leisten, "in einer so außergewöhnlichen Situation, in der Krieg in Europa tobt", so die Politikwissenschaftlerin. "Ohnehin ist es sehr ungünstig, würde ich sagen, dass es überhaupt zu einem solchen Schritt kommen musste. Auf der anderen Seite denke ich, ist es gut, dass dieser Schritt jetzt gegangen wurde und nicht noch weiter hinausgezögert wurde."

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