Ein Soldat fährt einen Leopard-2-Panzer der Bundeswehr.
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Interview - Experte zu Panzerlieferungen: Am besten wäre europäische Koalition

Polen ist vorgeprescht und will Leopard-2-Panzer in die Ukraine liefern. Das Land bringt eine "Internationale Koalition" dafür ins Spiel. Rafael Loss, Experte für Sicherheitspolitik beim European Council on Foreign Relations, findet diesen Vorschlag gut. Es hänge jetzt vor allem an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), ob es dazu kommt.

Die Ukraine habe ihren Bedarf an schweren Kampfpanzern zuletzt sehr deutlich gemacht, sagt Rafael Loss. Der Experte für Sicherheitspolitik beim European Council on Foreign Relations findet, dass eine Lieferung am besten in einer Koalition europäischer Staaten gelingen könnte.

Durch begrenzte Abgaben aus eigenen Reserven und Industriebeständen könnten die Länder "eine kleine, aber doch beträchtliche Zahl" an Leopard-2-Panzern der Ukraine zur Verfügung stellen. Denkbar seien für eine erste Lieferung durchaus 80 bis 100 dieser Fahrzeuge, sagt der Experte. "Sicherlich gibt es über Europa verteilt eine gewisse Menge an Leopard-2-Kampfpanzern, die für eine initiale Lieferung durchaus in Frage kämen."

Loss zu Panzerlieferungen: "Im Zentrum steht Olaf Scholz"

 

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) war bislang noch nicht eingegangen auf die Ankündigung Polens, der Ukraine die Fahrzeuge zur Verfügung stellen zu wollen. Da sie aus deutscher Produktion kommen, muss die Bundesregierung dem zustimmen. So sagt auch Loss: "Im Zentrum steht Olaf Scholz und das Kanzleramt."

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