Dietmar Woidke und Klaus Freytag halten Plakate mit der Aufschrift "Hier bahnt sich Deine Karriere an", und "Die Lausitz. Krasse Gegend".
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Interview - Kampagne "Krasse Gegend" soll Fachkräfte in die Lausitz locken

Mit dem Slogan "Krasse Gegend" wirbt die Lausitz neuerdings um Fachkräfte. Raj Kollmorgen, Soziologe an der Hochschule Zittau/Görlitz, findet solche ungewöhnlichen Mittel an sich gut, ist nicht sicher, dass das tatsächlich junge Menschen anziehen kann.

Mit der Kampagne "Die Lausitz - krasse Gegend" will die Brandenburger Landesregierung das Ansehen der Region stärken und Fachkräfte in die Region locken. Bislang ist der Trend noch, dass viele Menschen eher aus der Lausitz weggehen. Am Freitagabend soll im Bahnwerk Cottbus die Kampagne offiziell gestartet werden.

Raj Kollmorgen ist Soziologe und Professor für Management sozialen Wandels an der Hochschule Zittau/Görlitz. Er findet es prinzipiell richtig, dass man da versuche, "auch mit ungewöhnlichen Mitteln in die Initiative zu kommen."

Ob die gewählten Mittel dann tatsächlich diejenigen erreichen werden, die die Landesregierung erreichen will, sei offen. "Ganz grundsätzlich neige ich dazu, die Wirkung solcher Imagekampagnen nicht zu überschätzen", so Kollmorgen.

Richtiger Zeitpunkt für eine solche Kampagne?


Auch der Zeitpunkt verwundert den Soziologen: Seit zwei Jahren ist das Strukturstärkungsgesetz für die Lausitz in Kraft; aus der Kohleregion soll ein moderner Industrie- und Wissenschaftsstandort werden.

Er hätte eine solche Kampagne bereits zum damaligen Zeitpunkt erwartet, aber: "Vielleicht ist es auch so eine Art Sollbruchstelle, jetzt nach zwei Jahren sich umzuschauen und noch mal genau zu gucken. Und ich glaube, das ist die Initiative auch der Landesregierung - zu schauen: Wo sind Schwerpunkte, […] die man jetzt auch in der Image-Kampagne bespielen will."

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