Leere Patronen aus einer Schreckschusswaffe liegen als Überreste vom Silvesterfeuerwerk noch an einer Straße.
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Interview - Schreckschusswaffen: Gewerkschaft der Polizei für Registrierung

Für ein wichtiges Signal angesichts der Krawalle in der Berliner Silvesternacht hält Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) eine Verschärfung des Waffenrechts. So soll es Schreckschusswaffen nur noch mit Waffenschein geben. Die Gewerkschaft der Polizei fordert das schon länger. Sprecher Benjamin Jendro begrüßt deshalb die Debatte.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat sich beunruhigt darüber gezeigt, dass in Berlin immer mehr Straftaten mit Schreckschuss- und Signalwaffen erfasst werden. Auch eine Schreckschusspistole sei eine gefährliche Waffe, sagt der Berliner GdP-Sprecher Benjamin Jendro: "Wenn man eine Schreckschusspistole bewusst auf den Körper anlegt, gerade auch im Kopfbereich, kann man nicht nur schwerste Verletzungen, sondern potentiell auch den Tod eines Menschen verursachen."

GdP: Mehr Straftaten mit Schreckschusswaffen "besorgniserregend"

 

Nach rbb-Informationen sind in Berlin im vergangenen Jahr mehr als 480 Straftaten mit Schreckschusswaffen registriert worden - knapp 120 mehr als 2018. Jendro nannte die Zahlen "besorgniserregend". Man sehe seit Jahren, dass sich die Bevölkerung zunehmend Schreckschusswaffen zulege, so Jendro weiter: "Deswegen freuen wir uns ein Stück weit, dass durch die Silvesternacht da Bewegung reingekommen ist."

Sowohl Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) als auch die Bundesinnenministern Nancy Faeser (SPD) seien der GdP-Forderung nachgekommen, sodass eine Registrierung möglich werde: "Indem man eine Schreckschusswaffe nicht einfach so erwerben kann, sondern der Kleine Waffenschein eine Notwendigkeit ist. Dann können wir nämlich jede Schreckschusspistole einer Person zuordnen."

Gewerkschaft der Polizei für Böllerverbot

 

Nach den Ausschreitungen in der Silvesternacht fordert Jendro zudem ein flächendeckendes Pyrotechnikverbot für den privaten Gebrauch: "Unsere Einsatzkräfte haben uns geschildert, dass sie vermehrt aus Gruppen von jungen Männern mit Migrationshintergrund angegriffen wurden. Und wenn man nur einen Meter Sichtweite hat, dann ist es auch schwer, die Straftäter beweissicher festzunehmen. Deshalb brauchen wir ein Pyrotechnikverbot, damit wir die Gewalttäter auch ausfindig machen und einer Strafe zuführen können."

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Überreste von verbrannten Mülltonnen und E-Scootern nach Randale in der Silvesternacht Sanderstrasse Ecke Kottbusser Damm in Neukölln.
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