Klimaschutzaktivisten stehen vor einem Schaufelradbagger am Rand des Tagebaus in Lützerath
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Interview - Forscherin: Ausstieg aus Kohle bleibt trotz Lützerath "enormer Fortschritt"

Obwohl Deutschland mittelfristig aus der Kohleverstromung aussteigen wird, soll die Kohle unter dem geräumten Dort Lützerath noch abgebaggert werden. Die Nachhaltigkeitswissenschaftlerin Barbara Praetorius versteht den Protest von Klimaaktivisten, sieht aber auch den Klimaschutz vorangebracht.

Nach Auffassung von Barbara Praetorius, Professorin für Nachhaltigkeit und Energie an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, ist der frühere Ausstieg aus der Kohle ein "enormer Fortschritt". Man sei so näher an den Klimaschutz herangekommen und habe Sicherheit etwa für die Dörfer in Nordrhein-Westfalen geschaffen.

Jede Tonne Kohle sei eine zu viel

 

Sie verstehe aber auch den Protest von Klimaaktivistinnen und -aktivisten wegen der Abbaggerungen unter Lützerath, so Praetorius. "Jede Tonne Kohle, die abgebaggert wird" sei eine zu viel für das Klima. Der Deal - RWE steigt früher aus der Kohle aus als zunächst vereinbart, nämlich schon 2030 und dafür wird Lützerath noch abgebaggert - helfe aber trotzdem.

Klimaaktivisten wohnen in Häusern von Lützerath

 

Die Polizei in Aachen will an diesem Montag ihre Pläne zur Räumung des von Klimaaktivisten besetzten Dorfes Lützerath informieren. Nach Angaben der Behörde ist mit einem Beginn der Räumung Mitte Januar zu rechnen. In den verbliebenen Häusern, deren einstige Bewohner weggezogen sind, wohnen Aktivisten, die Widerstand angekündigt haben. Auch Baumhäuser wurden in dem Ort errichtet. Erwartet wird daher ein großer Polizeieinsatz.