Außenaufnahme des Charité-Hauptgebäudes in der Dunkelheit
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Interview - Grünen-Gesundheitspolitiker: Klinikreform bringt Verbesserung

Statt nur über Fallpauschalen sollen die Krankenhäuser künftig nach mehreren Kriterien honoriert werden. Der Vorschlag für eine Klinikreform gehe in die richtige Richtung, sagt Armin Grau, der für die Grünen im Gesundheitsausschusses des Bundestages sitzt.

Die Gesundheitsministerinnen und -minister von Bund und Ländern beraten über eine Krankenhausreform. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will so erreichen, dass die rund 1900 Kliniken in Deutschland künftig anders finanziert werden. Dafür ist Lauterbach auf die Zustimmung der Länder angewiesen.

Angestrebte Reform geht in richtige Richtung

 

Für Armin Grau, der für die Grünen im Gesundheitsausschusses des Bundestages, ist die angestrebte Reform ein gutes Signal. Es liege ein "sehr guter Kommissionbericht" auf dem Tisch, der als Grundlage für die Reform diene und in die richtige Richtung gehe. Nun müsse man gemeinsam mit den Ländern eine Umsetzung beschließen. Anschließend stehe auch eine Krankenkassenreform auf der Agenda.

Grau: Vorsorgung auf dem Land wird künftig gesichert

 

Im jetzigen Fallpauschalen-System können sich die kleinen Krankenhäuser auf dem Land nicht gut finanzieren, meint Grau. Die Sorge, dass sich die Gesundheitsversorgung auf dem Land verschlechtern werde, teile er nicht. Im Gegenteil: Mit der Reform werde die Versorgung auf dem Land künftig gesichert und nicht weiter gefährdet.

Absenkung der Fallpauschalen geplant

 

Geplant ist bei der Krankenhausreform unter anderem eine Absenkung der Pauschalbeträge (Fallpauschalen), die Kliniken pro Patient oder Behandlungsfall bekommen. Das soll Anreize senken, möglichst viele Patienten zu behandeln. Im Gegenzug sollen die Kliniken feste Beträge für das Vorhalten von Personal, einer Notaufnahme oder notwendiger Medizintechnik bekommen.

Zudem sollen die Kliniken bundesweit einheitlich drei Kategorien zugeordnet werden: Kliniken zur Grundversorgung, zur "Regel- und Schwerpunktversorgung" und zur "Maximalversorgung". Die Reform soll wirtschaftlichen Druck von den Häusern nehmen.