Kevin McCarthy in den USA
FR159526 AP
Bild: FR159526 AP Download (mp3, 9 MB)

Interview - Politologe über McCarthy-Blockade: Hoher Druck bei Republikanern

Schon sechs Mal ist der Republikaner Kevin McCarthy als Kandidat für den Vorsitz im US-Repräsentantenhaus durchgefallen, weil mehrere Abgeordnete seiner eigenen Partei die Wahl blockieren. Der rechte Flügel sei mit seiner Taktik bislang sehr erfolgreich, sagt Boris Vormann, Politikwissenschaftler am Bard College Berlin.

Die mittlerweile siebte Abstimmungsrunde zur Wahl des neuen Vorsitzenden im US-Repräsentantenhaus ist auf Donnerstagabend verschoben worden. Es ist das erste Mal seit 100 Jahren, dass der Kandidat der Mehrheitspartei nicht im ersten Durchgang gewählt wurde. Kevin McCarthy von den Republikanern hat dennoch angekündigt, weiter kämpfen zu wollen.

"Bei den Republikanern ist der Druck natürlich hoch", sagt Boris Vormann, Politikwissenschaftler am Bard College Berlin. Denn die Abgeordneten des rechten Flügels, die die Wahl blockieren, würden in ihren Reden betonen, dass man im Sinne des eigenen Volkes handele. "Ich glaube, dass man sich irgendwann mal entscheiden muss. Wenn man nämlich den Prozess völlig dysfunktional werden lässt, glaube ich, dass die Kritik auch lauter wird und dann wird man auch einlenken müssen."

Politologe: "McCarthy hat viele Zugeständnisse gemacht"

 

Dennoch kommt Vormann zu dem Schluss, dass die Politiker des rechten Flügels bislang sehr erfolgreich mit ihrer Taktik gewesen seien. "Kevin McCarthy hat viele Zugeständnisse gemacht", sagt er. Darum gehe es den blockierenden Abgeordneten eher als um seine Person. Doch irgendwann müssten die sich fragen: "Kriegen wir hier noch mehr Konzessionen heraus oder schadet es letztlich unserem eigenen Image?"