Ein Mann schiebt eine ältere Frau im Rollstuhl an Patienten vorbei, die in einem Korridor der Notaufnahme eines Krankenhauses intravenöse Infusionen erhalten.
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Interview - Handelskammer zu Corona in China: Geschehen bereitet Sorge

In China gibt es nach der Abkehr von der Null-Covid-Strategie eine massive Corona-Welle. Die EU berät über Verschärfungen bei der Einreise. Für Melanie Vogelbach von der Deutschen Industrie- und Handelskammer ist die Sache zweischneidig. Für die Wirtschaft sei es mittelfristig wichtig, dass der Austausch wieder vereinfacht werde.

Die Abkehr von der strikten Null-Covid-Strategie bedeute eine große Erleichterung für deutsche Unternehmen in China, sagt Melanie Vogelbach. Sie leitet den Bereich Internationale Wirtschaftspolitik und Außenwirtschaftsrecht bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer. "Andererseits ist natürlich das Pandemiegeschehen etwas, was einem Sorge bereitet", sagt sie. Viele Unternehmen hätten aktuell mit erheblichen Personalengpässen zu tun.

Vogelbach: "Bei großen Handelsgeschäften ist persönlicher Austausch sehr wichtig"

 

Die zuvor bestehenden Einreiserestriktionen seien allerdings Hauptgrund gewesen für die Zurückhaltung der deutschen Wirtschaft bei Investitionen in China. "Bei großen Handelsgeschäften ist persönlicher Austausch sehr wichtig", sagt Vogelbach. "Gerade, wenn es um den Abschluss von neuen Geschäften geht, dann ist doch ein persönliches Kennenlernen auch zum Aufbau von Vertrauen sehr sehr wichtig."

Angesichts möglicher Lieferkettenschwierigkeiten, die durch Personalengpässe entstehen könnten, sei die Situation zweischneidig. Aber Vogelbach betont: "Grundsätzlich ist natürlich wichtig, dass der Waren- und Dienstleistungsaustausch mittelfristig mit unserem wichtigsten Handelspartner wieder vereinfacht wird."

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