Ein Huthi-Anhänger hält eine Waffe in der Hand während einer Demonstration
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Interview - Save the Children: Kinder leiden im "unsichtbaren Krieg" im Jemen

Seit der Eskalation des Bürgerkriegs im Jemen vor fast acht Jahren sind nach UN-Angaben mehr als 11 000 Kinder getötet, verstümmelt oder verletzt worden. Die Grundversorgung sei komplett zusammengebrochen, sagt Claudia Kepp von der Nichtregierungsorganisation Save the Children.

Eines der Krisengebiete der Welt ist nach wie vor der Jemen. Das Land im Süden der arabischen Halbinsel ist Schauplatz eines Stellvertreterkriegs zwischen den Regionalmächten Saudi-Arabien und Iran. "Die Grundversorgung ist komplett zusammengebrochen", schildert Claudia Kepp die aktuelle Lage. Es gebe keine Chance auf Bildung und zu wenig zu essen, sagt die deutsche Sprecherin von Save the Children, einer weltweit tätigen Hilfsorganisation für Kinder.

Unterfinanzierung der Hilfe im Jemen-Krieg

 

Das drängendste Problem im Jemen-Krieg sei die Unterfinanzierung der Hilfe, so Kepp. Eine kurzzeitige Waffenruhe hatte das Leben kürzlich etwas kindgerechter gemacht - das sei nun aber vorbei. Optimistisch mache sie die Hilfe der Organisationen vor Ort, deren Mitarbeitenden buchstäblich "unter Lebensgefahr" versuchten, das Leben der Menschen etwas besser zu machen, etwa mit einer mobilen medizinischen Versorgung.

"Unsichtbarer Krieg" durch Verhinderung von Berichterstattung

 

"Das Leid der Kinder findet jenseits der Schlagzeilen statt", sagt Kepp. Oft gelinge es, Menschen an der Berichterstattung über den Krieg zu hindern. Es gebe enorme Hindernisse für Journalistinnen und Journalisten. Deswegen tobe im Jemen weitgehend "ein unsichtbarer Krieg". Kepp zufolge helfen Spenden an NGOs.