Udo Witschas von der CDU in Bautzen
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Interview - Richter (SPD): Bautzens CDU-Landrat verhöhnt Weihnachten

Der Bautzener CDU-Landrat Udo Witschas sagt in seinem Weihnachtsgruß: Geflüchtete dürften weder in Turnhallen noch in leerstehenden Wohnungen untergebracht werden. Für den SPD-Abgeordneten Frank Richter in Sachsen widerspricht alles davon der Botschaft von Weihnachten.

Nach der umstrittenen Aussage des Bautzener CDU-Landrates Udo Witschas zur Unterbringung von geflüchteten Menschen, verurteilt der sächsische SPD-Landtagsabgeordnete Frank Richter die Worte als Verhöhnung von Weihnachten. Die Meinung, Geflüchtete dürften auf keinen Fall in leerstehenden Wohnungen untergebracht werden toppe die Weihnachtsbotschaft sogar, meint Richter.

SPD: Wording bediene Rechtsaußen

 

Wer die Weihnachtsgeschichte kenne, wisse, dass Maria und Josef keine leerstehenden Wohnungen fanden, sondern im Stall ihr Kind geboren haben, so Richter. "Ich finde das mindestens dumm, wenn nicht gar ein Wording, das Rechtsaußen bedient."

Ein Landrat müsse den "humanitären Charakter unsere Landes" repräsentieren

 

Ein Landrat sei eine wichtige Persönlichkeit in Deutschland und habe Verantwortung für alle Menschen zu übernehmen, die in seinem Bereich lebten. Er müsse "den humanitären Charakter unsere Landes" repräsentieren und durfe nicht mit Worten "zündeln", meint Richter. Der SPD-Politiker wirft Witschas vor, dass er nicht gesagt habe, wo Geflüchtete denn unterkommen sollen - er habe nur gesagt, wo sie nicht unterkommen sollen. Von der CDU Sachsen erwarte er ein klares Bekenntnis zur Humanität und einen Appell zur Solidarität.

Witschas: Sport nicht bluten lassen, keine Gefährdung des sozialen Friedens in Kauf nehmen

 

Witschas hatte in einem am Dienstag auf Facebook veröffentlichten Video unter anderem gesagt, im Landkreis sollten Flüchtlinge weder in Turnhallen noch in dezentralen Unterkünften untergebracht werden. "Es ist nicht unsere Absicht den Sport, ob nun den Schul- oder Freizeitsport, jetzt für diese Asylpolitik bluten zu lassen." Zudem wolle das Landratsamt nicht "Menschen, die zu uns kommen, die unsere Kultur nicht kennen, die unsere Regularien nicht kennen, jetzt hier in Mehrfamilienhäusern und frei stehenden Wohnungen unterbringen und dafür die Gefährdung des sozialen Friedens in Kauf nehmen".