Symbolbild: Eine Person hält eine Geldbörse
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Interview - Wirtschaftsforscher: Konjunktur nicht so schlecht wie befürchtet

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat am Mittwoch die Dezember-Ausgabe seines Konjunktur-Barometers veröffentlicht. Gemessen wurden 82,8 Punkte. Das sei weit unter dem Normalniveau, aber nicht so dramatisch - sagt Marcel Fratzscher, Leiter des DIW.

"Wir sind mitten in einer Krise. Aber es ist nicht so schlecht wie wir es noch vor ein paar Monaten befürchtet haben", sagt Fratzscher. Er erklärt die vom DIW berechneten 82,8 Punkte: Das sei weit unter 100 Punkten – also weit unter der Normalsituation der deutschen Wirtschaft.

DIW erwartet keinen Anstieg der Arbeitslosigkeit

 

Man rechne für dieses Quartal und auch für die beiden nächsten Quartale mit einer leicht schrumpfenden Wirtschaft. "Wir reden für nächstes Jahr von einer stagnierenden Wirtschaft um die 0 Prozent Wachstum. Nochmal: Das ist nicht gut, aber es ist nicht dramatisch." Man rechne nicht mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit – wenn alles gut gehe.

Denn Fratzscher betont: "Der Druck ist riesig auf Unternehmen." Dabei sei vor allem der Krieg in der Ukraine ein Faktor. In ihren Prognosen gingen die Wirtschaftsforscher davon aus, dass der Krieg nicht weiter eskaliere, dass die Energiepreise weiter sinken, sagt er. "Das sind die Annahmen hinter dieser Prognose. Aber all das kann schiefgehen."