undeslandwirtschaftsminister Cem Oezdemir (Gruene) im Portrait bei seinem Statement im Bundestag im Anschluss an die Debatte 'Tierhaltungskennzeichnung' bei der 76. Sitzung des Deutschen Bundestag in Berlin
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Interview - Regional und saisonal: Özdemir wirbt für Ernährungsstrategie

Gesündere, regionalere und saisonalere Ernährung - das will die Bundesregierung mit ihrer Ernährungsstrategie erreichen, für die am Mittwoch Eckpunkte beschlossen werden sollen. Für Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) ist gute Ernährung nicht nur eine Frage von Gesundheit und Klimaschutz, sondern auch von Gerechtigkeit.

Die Bundesregierung will am Dienstag Eckpunkte für eine bundesweite Ernährungsstrategie beschließen. Diese soll dafür sorgen, dass sich mehr Menschen in Deutschland nachhaltig und gesund ernähren. Besonders im Blick hat Cem Özdemir (Grüne), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, dabei das Essen in Schulen: "Möglichst saisonal, möglichst regional, möglichst wenig Zucker, wenig Salz, wenig Fett und stärker pflanzenbetont - das sind die Kriterien, um die es hierbei geht", erklärt er.

Özdemir zur Ernährungsstrategie: Gesundes Essen ist Gerechtigkeitsfrage

 

Besonders Kinder aus sogenannten bildungsfernen Familien und mit Migrationsgeschichte seien von Übergewicht betroffen, betont der Minister. Deshalb hält er zur Ernährungsstrategie fest: "Das ist auch eine Frage - neben Klimaschutz, neben Gesundheit - der Gerechtigkeit." Es sei nicht normal, dass jedes sechste Kind und mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland übergewichtig seien.

Der Grünen-Politiker fordert: "Jeder und jede muss die Möglichkeit haben, gesundes Essen bezahlbar zu bekommen - unabhängig von der Herkunft, unabhängig vom Geldbeutel." Neben Schulmensen zielt die geplante Ernährungsstrategie unter anderem auf Kantinen. Auch dort sollen mehr ökologisch und regional erzeugte Lebensmittel angeboten werden.