Eine Demonstrantin hält ein Plakat mit der Aufschrift "National Hell Service" hoch.
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Interview - Labour-Politiker: Streiks für Regierung "erhebliches Problem"

Streiks im Gesundheitswesen, bei Post und Bahn beeinträchtigen derzeit das öffentliche Leben in Großbritannien stark. Der Politologe und Labour-Lokalpolitiker Ed Turner sieht im Streik ein erhebliches Problem für die Regierung und sieht große Sorge in der Bevölkerung.

Bahn, Post und vor allem Gesundheitswesen: In Großbritannien sind gleich mehrere Berufsgruppen des öffentlichen Dienstes kurz vor Weihnachten in den Streik getreten.

Insbesondere der Ausstand im "National Health Service" (NHS) – also des Gesundheitswesens – könnte eklatante Folgen für die Bevölkerung haben, sagt der britische Politologe und Labour-Politiker Ed Turner: "Das System ist eh angespannt wegen der weihnachtlichen Grippe und auch wegen der langen Wartelisten, die durch die Corona-Zeit entstanden sind."

Streikende wollen 19 Prozent - Regierung bietet 3

Dennoch zeigt er Verständnis für die Streikenden. Diese fordern 19 Prozent mehr Lohn, was der Tatsache geschuldet sei, "dass im letzten Jahrzehnt es kaum Gehaltserhöhungen im öffentlichen Dienst gegeben hat. Deshalb hat es eine starke reale Lohnreduzierung gegeben."

Für die Regierung sei der Streik ein "erhebliches Problem". Sie argumentiere mit leeren Staatskassen und biete lediglich Lohnerhöhungen um drei Prozent, beziehungsweise vier Prozent für Krankenschwestern an. Bei einer Inflationsrate von elf Prozent sei da natürlich Konfliktpotential da, so der Politologe.