Die Flamme eines alten Gasherdes brennt in einer Küche.
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Interview - Energiewirtschaft: Gaspreisdeckel gefährdet Versorgungssicherheit

Die Energieministerinnen und -minister der EU-Mitgliedstaaten wollen am Montag den Gaspreisdeckel beschließen. Die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft, Kerstin Andreae, warnt davor, den Deckel zu niedrig anzusetzen. Lieferanten könnten sich andere Abnehmer suchen.

Ein Preisdeckel habe immer Nebenwirkungen, so die ehemalige Bundestagsabgeordnete der Grünen. Es gehe hauptsächlich um flüssiges Gas (LNG), das per Schiff transportiert wird. "Wenn der Preis auf einem anderen Kontinent, also zum Beispiel in Asien, höher ist als in Europa, dann hat so ein LNG-Tanker natürlich die Möglichkeit abzudrehen", sagt Andreae. Deshalb müsse man genau darauf achten, dass der Preisdeckel nicht die Versorgungssicherheit gefährdet. Dafür müsse der Preis hoch genug angesetzt sein.

Andreae: Gaspreisdeckel muss zeitlich befristet sein

 

Der Gaspreisdeckel soll dazu beitragen, die stark schwankenden Gaspreise zu kontrollieren. Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, den Preis für Gas am Großhandelsplatz TTF bei 275 Euro pro Megawattstunde zu deckeln. Im Gespräch ist inzwischen auch eine deutlich niedrigere Grenze.

Ein Gaspreisdeckel müsse auf jeden Fall zeitlich begrenzt sein und strengen Bedingungen unterliegen, fordert Andreae. "Sonst schütten wir relativ schnell das Kind mit dem Bade aus und bekommen ein erhebliches Versorgungsproblem."