Ein Schützenpanzer der Bundeswehr vom Typ Puma fährt während einer Vorführung über den Übungsplatz.
dpa
Bild: dpa Download (mp3, 8 MB)

Interview - Probleme mit Puma-Panzern: Experte sieht Versagen aller Beteiligten

Bei einer Übung waren alle 18 Panzer vom Typ "Puma" wegen technischer Probleme ausgefallen. Deutschland wird deshalb vorerst keine weiteren bestellen. Verteidigungsexperte Christian Mölling sieht in den Pannen nicht nur ein Versagen eines einzelnen Akteurs. "Die Bundeswehr kämpft immer noch mit den Fehlern aus der Vergangenheit", sagt er.

Nach den zahlreichen Pannen hat Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) einen Nachkauf weiterer Schützenpanzer "Puma" für die Bundeswehr vorerst ausgesetzt. Das gelte so lange, wie sich das Fahrzeug nicht als stabil erweise. Christian Mölling vom Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik sagt, es sei zwar ein Teil der Realität, dass die Panzer recht komplex seien. Es habe aber nicht ein einzelner Akteur Schuld an der Situation.

Mölling: Bundeswehr wurde nicht so ausgerüstet, wie sie es sollte

 

"Es ist insgesamt ein Versagen der gesamten Organisationen, die daran beteiligt sind, die sich im Grunde genommen nicht ausreichend darum gekümmert hatten und nicht darum kümmern konnten, dass dieses Fahrzeug tatsächlich auch die Leistung erbringt, die es eigentlich erbringen soll", sagt Mölling.

Die Truppe kämpfe immer noch mit Fehlern aus der Vergangenheit. Über die vergangenen 20 Jahre sei die Bundeswehr nicht so ausgerüstet worden, wie sie es sollte. "Und jetzt steht man auf einmal vor der Situation, dass das alles mit einem neuen Maß gemessen wird - nämlich, dass auf einmal Krieg in Europa ist, jetzt soll auf einmal alles funktionieren", so der Verteidigungsexperte.