Technische Anlagen und ein Kran stehen auf dem Anleger für das LNG-Terminal in der Nordsee vor Wilhelmshaven.
dpa
Bild: dpa Download (mp3, 9 MB)

Interview - Wirtschaftsminister Lies: Erstes deutsches LNG-Terminal ist Riesenleistung

Erst am Freitag hatte das Land Niedersachsen die letzte noch ausstehende Genehmigung für das erste deutsche LNG-Terminal erteilt. Nur einen Tag später folgt die Eröffnung in Wilhelmshaven. Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) betont, durch das Terminal in Wilhelmshaven werde man unabhängiger von Gaslieferungen aus Russland.

Das erste deutsche LNG-Terminal wird am Samstag in Betrieb genommen. Es verwandelt Flüssiggas in Erdgas, welches dann an Land gepumpt und in das deutsche Gasnetz eingespeist wird. Das Projekt in so schneller Geschwindigkeit realisiert zu haben, bezeichnet Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies als "Riesenleistung".

Mängel in der Kommunikation

"Was uns nicht ausreichend gelungen ist, [...] dass wir zwar vesucht haben, mit Öffentlichkeitsveranstaltungen zu informieren, aber nicht gut genug kommuniziert haben", sagt der SPD-Politiker. Lies greift die Debatte um die Umweltverträglichkeit des Projektes auf. Er verweist darauf, im Verfahren würden "alle genehmigungsrechtlichen Prüfungen natürlich gemacht", so der Wirtschaftsminister. Der Betreiber müsse sich an Auflagen halten.

Sprungbrett in klimaneutrale Zukunft

Lies geht davon aus, dass es sechs LNG-Terminals geben werde. Es werde darum gehen, Gas, welches in de Vergangenheit aus Russland gekommen sei, zu ersetzen, gleichzeitig werde eine Infrastruktur geschafft, über die in Zukunft nicht nur fossiles Gas, sondern auch grünes Gas bezogen werden könne: "Das ist eigentlich ein Sprungbrett in eine klimaneutrale Zukunft", so Lies.