Porträt von Elon Musk
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Interview - DJV kritisiert Sperrung der Twitter-Konten von US-Journalisten

Twitter-Chef Elon Musk hat die Konten prominenter US-amerikanischer Journalisten sperren lassen. Das stehe in Verbindung zu einem Account, der die Bewegungen von Musks Privatjets verfolgt hat. Für Frank Überall, Vorsitzender des Deutschen Journalistenverbands, ist das ein Verstoß gegen die Pressefreiheit.

Nach Meinung des DJV-VorsitzendenFrank Überall ist das Sperren von Accounts namhafter US-Journalistinnen und -Journalisten durch Twitter-Chef Elon Musk eine "Unverschämtheit". Es handele sich um einen Verstoß gegen die Pressefreiheit und auch gegen die von Musk nach eigenen Worten hochgehaltene Meinungsfreiheit. "Es sei denn, sie passt ihm nicht", meint Überall.

Überall: Musk beurteilt Meinungsfreiheit nach "persönlichem Befinden"

 

Es sei "zum Teil wirklich Wildwuchs, was bei Twitter gemacht wird", sagt der Vorsitzende es Deutschen Journalistenverbands. Hassrede und Hasseinträge werden ihm zufolge auf der anderen Seite von Musk teils nicht strafrechtlich verfolgt. Er habe nun offenbar "aus einem persönlichen Befinden" gehandelt.

Twitter droht, gesellschaftliche Relevanz zu verlieren

 

Überalls Fazit: Musk trete die Pressefreiheit mit Füßen und nutze sie nur, wenn es ihm persönlich nutze. Wenn Musk so weitermache, werde Twitter in Zukunft nicht mehr die gesellschaftliche Rolle haben, die es momentan habe. Überall selbst sei an dem Punkt, dass er überlege, das Netzwerk zu verlassen.

Reporter unter anderem der New York Times und der Washington Post von Sperrung betroffen

 

Twitter hatte die Konten mehrerer Journalisten gesperrt, die über die Social-Media-Plattform und deren neuen Besitzer Elon Musk berichten. Betroffen waren etwa Reporter der New York Times, der Washington Post, von CNN und anderen Publikationen. Der plötzliche Ausschluss von Berichterstattern folgte auf Musks Entscheidung, einen Account dauerhaft zu sperren, der mit Hilfe öffentlich verfügbarer Daten die Flüge seines Privatjets nachverfolgt hatte. Twitter änderte am Mittwoch auch die Plattformregeln, um das Teilen aktueller Standortdaten einer Person ohne deren Zustimmung zu verbieten.