Eine Demonstration in Köln von Gegnern des Mullah-Regimes in Teheran fordert Solidarität mit der Opposition im Iran, die Abschaffung der Todesstrafe und einen Umsturz.
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Interview - Abgeordnete ist Patin für inhaftierten Iraner: "Prinzip Hoffnung"

Zwei Todesurteile gegen Demonstranten sind seit Beginn der Proteste im Iran schon vollstreckt worden. Auch dem inhaftierten 16-jährigen Ashkan Javidfar droht die Todesstrafe. Die Bundestagsabgeordnete Canan Bayram (Grüne) hat für ihn eine politische Patenschaft übernommen. Sie will so darauf einwirken, dass der Jugendliche überlebt.

Natürlich sei fraglich, wie viel ihre Bemühungen um den inhaftierten iranischen Jugendlichen Ashkan Javidfar erreichen könnten, sagt die Grünen-Bundestagsabgeordnete Canan Bayram aus dem Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. "Es ist mehr das Prinzip Hoffnung, dass ich hoffe, mit dieser Anteilnahme und mit dieser Öffentlichkeit, die ich erzeugen kann in Deutschland, in der Welt, tatsächlich eine Möglichkeit zu schaffen, dass der Jugendliche das Ganze überlebt."

Bayram will Aufmerksamkeit für inhaftierten 16-Jährigen schaffen

 

Der Fall des 16-Jährigen sei an sie herangetragen worden. Es sei unklar, was genau ihm vorgeworfen werde. "Er soll protestiert haben, das ist das Einzige, wovon wir wissen", berichtet Bayram. Sie habe nach der Übernahme der politischen Patenschaft verschiedene Stellen angeschrieben, unter anderem den iranischen Botschafter in Deutschland. Sie hoffe nun, dass diese Aufmerksamkeit, das Mullah-Regime vielleicht dazu zwinge, zugunsten der Menschen zu entscheiden.

Abgeordnete übernehmen Patenschaften für Iraner

 

Gleichwohl habe sie auch Angst, dass diese Öffentlichkeit dem Jugendlichen vielleicht sogar schaden könnte: "Es ist eine schwierige Situation. Aber ich habe mich eben durchgerungen und entschieden, zu sagen, ich mache das, weil ich Hoffnung habe, dass es ihm helfen könnte", sagt Bayram. Neben ihr hätten viele Abgeordnete Patenschaften für inhaftierte Iraner übernommen.

 

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