Ukraine, Cherson: Ein ukrainischer Soldat lädt ein rückstoßfreies Geschütz von Typ SPG-9 während eines Angriffs auf russische Stellungen in der Nähe von Cherson.
AP
Bild: AP Download (mp3, 7 MB)

Interview - Botschafter Makejew: Ukraine braucht Transformatoren, Generatoren und Waffen

Am Dienstag treffen sich Vertreterinnen und Vertreter von 47 Ländern in Paris zu einer Hilfskonferenz für die Ukraine. Das Land brauche jetzt "alles, damit wir den Menschen helfen können, über den Winter zu kommen", sagt der ukrainische Botschafter in Deutschland, Olexij Makejew.

Die Ukraine brauche "alles, damit wir den Menschen helfen können, über den Winter zu kommen. Es wird kälter", sagt Makejew. Russland versuche, mit Marschflugkörpern die Infrastruktur in der Ukraine zu zerstören Die Menschen seien dort bis zu 48 Stunden ohne Strom, ohne Wasser, ohne Heizung. "Das nennen wir eine genozidale Kriegsführung."

"Es gibt sehr viele Binnenflüchtlinge in der Ukraine"

 

Die Ukraine benötige Transformatoren und Generatoren, um Strom zu erzeugen. Mit Strom würden auch Heizungen funktionieren und das Wasser in die Leitungen kommen. "Das sind die Dinge, die wir dringend brauchen." Makejew sagt aber auch, man müsse die Gründe für die Stromausfälle bekämpfen – das seien die russischen Raketenangriffe. "Deswegen brauchen wir Waffen, um unser Land zu verteidigen."

"Es gibt sehr viele Binnenflüchtlinge in der Ukraine", sagt der Botschafter der Ukraine. Man rechne damit, dass es bis zu 6 Millionen seien, viele hätten außerdem in den vergangenen neun Monaten die Ukraine verlassen. "Es ist durchaus möglich, dass viele es nicht mehr aushalten und sich weg von der Frontlinie bewegen." Dennoch erwarte Makejew keinen größeren Strom von Schutzsuchenden aus der Ukraine.

Makejew lobt Deutschlands Führungsrolle

 

Makejew dankte Deutschland ausdrücklich für den Einsatz in der Reihe der Unterstützer seines Landes. Er sei froh, dass Deutschland im Verlauf seiner G7-Präsidentschaft eine Führungsrolle übernommen habe, sagt er.

"Deutschland hat die G7-Länder dazu mobilisiert, die Ukraine zu unterstützen. Die Erklärung der G7-Staats- und Regierungschefs hat klar gezeigt, dass der Westen die Ukraine so lange unterstützen wird, wie es nötig ist, dass Russland zur Rechenschaft gezogen wird und dass die Ukraine mit finanziellen Mitteln aber auch mit Waffen weiterhin unterstützt wird. Ich glaube, das ist ein Zeichen der Führungsrolle Deutschlands."

Auch auf rbb24inforadio.de

Odessa: Menschen unterhalten sich nach Einbruch der Dunkelheit in einem Park.
picture alliance / AA

Interview - Ukraine-Helferin: "Hilfswelle geht durchs ganze Land"

Am Dienstag entscheiden Vertreterinnen und Vertreter von 47 Ländern in Paris über weitere Hilfen für die Ukraine in diesem Winter. Die Ukraine-Hilfe Lobetal gab es schon vor dem russischen Angriff. Die Helferin Elisabeth Kunze sagt, aktuell schickten sie vor allem Sachen in die Ukraine, die wärmen. Doch auch innerhalb der Ukraine sei die Hilfsbereitschaft groß.