Mitarbeiter vom Zoll bei einer Razzia gegen Menschenhandel
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Interview - Vereinsvorsitzender Heinrich: Menschen auf der Flucht geraten oft in Menschenhandel

Polizei und Zoll ermitteln immer häufiger gegen Menschenhändler in Deutschland. Wie auch der Krieg in der Ukraine zu einer Zunahme des Problems führt, erklärt Frank Heinrich vom Verein "Gemeinsam gegen Menschenhandel".

In einer Krisenzeit wie einem Krieg komme es häufig als Folge dazu, dass die Schwächsten - etwa auf der Flucht - in Menschenhandel geraten, erklärt der Vorsitzende des Vereins "Gemeinsam gegen Menschenhandel" und frühere Bundestagsabgeordnete Frank Heinrich (CDU).

Besuche in Bordellen haben demnach gezeigt, dass dort zunehmend Frauen aus der Ukraine arbeiteten. In Deutschland zeige sich der Menschenhandel aber auch in weiteren Branchen wie etwa dem Baubereich, der Ernte oder Fleischerei. Weltweit seien 28 Millionen Menschen über Arbeitsausbeutung in Sklaverei.

Verein "Gemeinsam gegen Menschenhandel": "Wir sind noch lange nicht weit genug"

 

Zu Anfang des russischen Angriffskriegs in der Ukraine hätten an den Bahnhöfen Männer explizit Frauen auf der Flucht abgeholt, berichtet Heinrich.

Durch eine neue Gesetzgebung werde das Problem zunehmend wahrgenommen und bekämpft. Allerdings fordert der Vertreter von "Gemeinsam gegen Menschenhandel", dass Richter besser ausgebildet sowie Polizei und Hilfsorganisationen besser ausgestattet werden, um noch deutlicher auf den Menschenhandel in Deutschland zu schauen.