Eine Pflegefachkraft in der ambulanten Pflege sortiert Medikamente ein.
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Interview - SPD-Gesundheitspolitikerin: Pflegeversicherung braucht neue Finanzierung

In der Finanzierung der Pflegeversicherung klafft ein Loch von 2,5 Milliarden Euro. Das hänge unter anderem mit der Demographie zusammen, sagt die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD Heike Baehrens. Es brauche nun "tiefergreifende strukturelle Veränderungen".

Angesichts der finanziellen Notlage in der Pflegeversicherung spricht sich Heike Baehrens, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, für eine neue Form der Finanzierung aus. Es gebe ein Defitzit von 2,5 Milliarden Euro bis Jahresende, dem man nur mit einer weiteren Pflegereform begegnen könne. Grund sei nicht nur der höhere Mindestlohn für Pflegekräfte sondern vor allem auch die gestiegene Anzahl an Menschen, die Pflege benötigten.

Baehrens: Kosten für Pflege ist Aufgabe der Gemeinschaft

 

Es brauche "tiefergreifende strukturelle Veränderungen der Finanzierung der Pflegeversicherung", so Baehrens. Ziel sei es, das Defizit spätestens bis Sommer nächsten Jahres auszugleichen. Konkret meint die SPD-Politikerin: Die Kosten müsste die gesamte Gemeinschaft tragen. Sie sollten auch über einen Bundeszuschuss finanziert werden. Ebenso sieht sie die Bundesländer in der Pflicht.

Anstieg des Pflege-Beitragssatzes auf 3,4 Prozent

 

Um Jobs in der Pflege attraktiver zu machen, hatte die Regierung im September den Mindestlohn für Pflegekräfte angehoben. Der Beitragssatz der Pflegeversicherung liegt im Moment bei gut 3 Prozent - er soll nächstes Jahr auf 3,4 Prozent des Bruttoeinkommens steigen.

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