Der Verein Die Arche - Christliches Kinder- und Jugendwerk e. V. ist ein von Pastor Bernd Siggelkow 1995 in Berlin-Hellersdorf gegruendetes evangelisches Hilfswerk, das sich gegen Kinderarmut in Deutschland engagiert.
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Interview - Sprecher der Arche: Inflation zu hoch für neues Bürgergeld

Das Bürgergeld ist auf der Zielgeraden für den Start im Januar. Wolfgang Büscher vom Verein "Die Arche" sagt ganz klar: 50 Euro mehr seien nicht mehr als ein Inflationsausgleich für Bedürftige. Er höre oft von Familien, dass sie nicht genug zu essen haben - und Eltern etwa für ihre Kinder auf eine Mahlzeit verzichteten.

Nachdem der Kompromiss zum Bürgergeld von Ampel-Koaltion und Union den Vermittlungsausschuss passiert hat, zeigt sich der Sprecher des Kinder- und Jugendwerks "Die Arche" nur mäßig begeistert von der Sozialreform. Die rund 50 Euro mehr pro Monat würden nicht reichen - insbesondere für Alleinerziehende und Familien, so Wolfgang Büscher. Die Erhöhung der Sätze für Bedürftige seien nicht mehr als ein "reiner Inflationsausgleich".

Arche-Sprecher hofft auf Kindergrundsicherung

 

"Es ist sehr schwer, in den Archen den Kindern in die Augen zu schauen, die keine Weihnachtsgeschenke bekommen, die nichts Vernünftiges zu essen haben", meint Büscher. Aus diesem Grunde spreche er sich weiterhin für eine Kindergrundsicherung aus. Vielen Familien fehlte wohl auch nach Januar Geld zum Leben - er erlebe oft Eltern, die auf eigene Mahlzeiten verzichteten, damit ihre Kinder mehr zu essen hätten. Es müsse einen Ausweg aus dem "verteufelten System" geben, wie es der Arche-Sprecher nennt.

Sozialreform erst nach Widerspruch und Kompromiss mit Union möglich

 

Das Bürgergeld soll zum 1. Januar das Hartz-IV-System ablösen. Am Mittwoch hat der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat den Kompromiss zwischen den Regierungsparteien und der Union gebilligt. Weitgehend unangetastet blieben die Teile der Reform, die zu einem stärkeren Kümmern der Jobcenter führen sollen. Sie sollen am 1. Juli starten. Individuell soll künftig ausgelotet werden, welche Qualifizierung oder Umschulung Betroffene machen müssen, so dass sie wieder auf eigene Beine kommen.