Rucksäcke stehen neben den Tischen, an denen die Schülerinnen und Schüler beim Unterricht in ihrer Klasse sitzen, während ein Lehrer vor der Tafel steht.
dpa
Bild: dpa Download (mp3, 7 MB)

Interview - Neue Jugendstudie: "Gefühl eines Dauerkrisenmodus"

Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg, Klimakrise: Seit mittlerweile fast zweieinhalb Jahren seien Jugendliche in einem Dauerkrisenmodus, sagt Simon Schnetzer - und warnt vor bereits sichtbaren Folgen. Schnetzer ist Co-Autor einer neuen Trendstudie mit dem Titel "Jugend in Deutschland".

Die größten Sorgen junger Menschen seien aktuell die Inflation, der Krieg in der Ukraine, und die Klimakrise. "Die [Krisen] überlagern sich mittlerweile ja insofern, dass sich wirklich dieses Gefühl eines Dauerkrisenmodus verfestigt“, sagt Schnetzer.

Zehn Prozent haben laut Studie Suizidgedanken

 

"Es hat sich bei vielen tatsächlich so ein Gefühl der Ohnmacht festgesetzt. Wir sehen bei jungen Menschen Depression, Niedergeschlagenheit.“ Aktuell haben laut Schnetzer zehn Prozent der jungen Menschen sogar Suizidgedanken.

Der wichtigste Hebel, um dem etwas zu entgegen, sei es, Menschen zu beteiligen. Als Beispiel nennt Schnetzer die Schulschließungen während der Corona-Pandemie. Da hätte man die Schülerinnen und Schüler in den Prozess mit einbeziehen müssen. "Das, was den Menschen am meisten gefehlt hat, war, dass man ihnen zuhört." Ganz besonders bei den jungen Leuten sei das wichtig.

Holen Sie sich Hilfe, wenn Sie Depressionen oder suizidale Gedanken haben. Zum Beispiel bei der Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 – oder bei anderen Beratungsstellen.