Staatschefs blicken beim G20-Gipfel besorgt nach dem Einschlag einer Rakete in Polen.
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Interview - Raketeneinschlag in Polen - Nanni (Grüne): "Neue Qualität"

Bei einem Raketeneinschlag in einem polnischen Dorf sind zwei Menschen getötet worden. Laut Nato wurde der Vorfall wohl durch eine ukrainische Luftabwehrrakete verursacht. Sara Nanni, Leiterin der Arbeitsgruppe Sicherheit, Frieden und Abrüstung der Grünen im Bundestag, sagt, Russland nehme in Kauf, dass solche Dinge passieren könnten.

Der Raketeneinschlag in Polen zeige, dass der Krieg nicht nur für die Menschen in der Ukraine eine tödliche Bedrohung sei, sondern - in geringerem Maße - auch für die in den EU-Nachbarländern, sagt Sara Nanni. Die Politikerin der Grünen leitet die Arbeitsgruppe Sicherheit, Frieden und Abrüstung ihrer Bundestagsfraktion. Die Forderung, dass wir möglichst wenig mit dem Krieg zu tun haben sollten, sei angesichts dessen "etwas wohlfeil". Denn wir hätten - "ob wir das wollen oder nicht" - damit zu tun, sagt Nanni.

Nanni (Grüne): Russland operiert nah an der Grenze zu Nato und EU

 

Der Vorfall in Polen sei eine neue Qualität. Russland nehme im Krieg gegen die Ukraine in Kauf, dass solche Dinge passieren könnten. Dafür sei es unerheblich, ob die Rakete aus Russland komme oder nicht. Immerhin operiere das Land nah an der Grenze zu Nato und EU, sagt Nanni.

In den vergangenen Tagen habe Russland Angriffe auf die gesamte Ukraine verübt, mit der Absicht, kritische Infrastruktur und zivile Ziele zu treffen. Das stelle eine sehr große Gefahr dar, nicht nur für die Ukraine, sondern eben auch für die Nachbarstaaten in der EU.

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